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Weniger ist manchmal mehr PDF Drucken E-Mail
Magazin Kapitel - Bruchköbel
Verfasst von Dr. Margit Fuehres   
04.12.2004

Omnipräsent!Bei Schauspielern würde man von Überpräsenz sprechen, Medienberater würden befürchten, dass sich ein Gesicht ‚abnutzt’, gelegentlich folgen dann andere öffentliche Stars dem Rat, sich etwas rarer zu machen, weniger ist eben manchmal mehr. Nicht so unser Bürgermeister, der keine Gelegenheit auslässt, vor eine Kamera zu treten. Natürlich gehört es zu den Aufgaben des hauptamtlichen Magistrates, in der Öffentlichkeit aufzutreten, jeder Verein fühlt sich geehrt, wenn Bürgermeister oder Erster Stadtrat eine Veranstaltung ziert. Dagegen ist nichts einzuwenden, das gehört zu den Spielregeln einer Stadt

Aber ein etwas sensiblerer Umgang mit den Medien wäre manchmal wünschenswert. War es wirklich nötig, sich als Grünkohlkönig der Stadt Bruchköbel gemeinsam mit Dutzenden von Weinköniginnen von Roland Koch für aufopferungsvolle ehrenamtliche Tätigkeiten ehren zu lassen und vom Bildrand zu lächeln ? Hält sich doch die von Koch ...“gewürdigte Menge an ehrenamtlicher Arbeit, die mit einem solchen Amt verbunden ist“...., beim Bürgermeister und Grünkohlkönig eher in überschaubarem Rahmen.

Wenig taktvoll ist es auch, sich mit Kindern und Vogelhäuschen als oberster Umweltschützer der Stadt ablichten zu lassen; weiß doch jeder, dass auf Betreiben des Bürgermeisters alle Fördermittel für Umweltmaßnahmen eingefroren wurden und die Umweltkommission seit vielen Jahren inaktiv ist.

Besonders peinlich wird es, wenn sich Michael Roth beim Vorlesen aus Kinderbüchern fotografieren lässt und dies als ehrenamtliche Tätigkeit betont. Natürlich ist es richtig und wichtig, wenn Kindern vorgelesen wird, natürlich ist jede Aktion zu begrüßen, die Kinder an Literatur und an das Bücherlesen heran führt. Peinlich wird es erst dadurch, dass Bürgermeister Roth am gleichen Tage im Rahmen der Haushaltskonsolidierung vorschlägt, Leihgebühren in der Stadtbibliothek einzuführen. Sicher kaum eine geeignete Maßnahme um den Haushalt aufzubessern – aber sicher ein geeignetes Mittel, besonders Kindern aus einkommensschwachen Familien den Zugang zum Lesen zu erschweren.

© Alle Rechte liegen bei den genannten Autoren.

so much
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