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Mahler PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Martin Reisbeck   
02.01.2009

Schon wieder eine Erkenntnis. Weihnachten ist vorbei und das neue Jahr schon da. Hartmut Bart-Engelbart hat uns zwischen den Jahren einen Artikel hereingereicht, "Vom Himmel hoch", der zumindest in unserer Spalte "Von oben nach unten" zu einem Aufschrei und anhaltendem Raunen geführt hat. Kommentare sprechen im Zusammenhang mit Herrn Barth-Engelbart von einem "Horst-Mahler"-Verschnitt. Wir wollen verstehen, warum das so ist.

Wikipedia gibt Auskunft, wie folgt:
Horst Mahler (* 23. Januar in Haynau, heute in Polen) ist ein deutscher Rechtsextremist und Antisemit. Der Jurist wurde mehrfach wegen Volksverhetzung und Holocaustleugnung verurteilt, so dass ihm die Zulassung als Rechtsanwalt entzogen wurde. Mahler war 1970 Gründungsmitglied der Rote Armee Fraktion und von 2000 bis 2003 Mitglied der NPD, die er im NPD-Verbotsverfahren anwaltlich vertrat. Er lebte lange Zeit in Kleinmachnow, seit etwa 2007 in Ebersberg bei München.

Der Vorwurf, wofür Herr Barth-Engelbart stehen soll, müßte nun jedem klar sein. Die Erläuterungen aus Wikipedia decken sich mit dem Tenor der Äußerungen in unserer oben erwähnten, arnarchischen Spalte: Herr Barth-Engelbart wird direkt beinahe als Nazi bezeichnet. Als Beleg seiner angeblichen Gesinnung wird z. B. die Äußerung "USrael" herangezogen. Das Wort ist in Wikipedia nicht zu finden. Daher müssen wir nun googlen und finden an erster Stelle den Beitrag "Dokumente zum Antisemitismus, Beispiele nazistischer und islamistischer Propaganda im Internet - 2007".

Wohlmeinende Anrufer meinten, ich solle den Artikel herausnehmen, weil er sonst auf mich zurückfallen würde. Halten wir den Ball doch mal flach. Ich komme nicht umhin festzustellen, dass Herr Barth-Engelbart in seiner Meinung keineswegs den Holocaust geleugnet hat. Er hat ihn im Gegenteil als Tatsache erwähnt. Insofern erscheint der Tatbestand "Holocaustleugnung" nicht erfüllt. Soviel ich weiß, versteht sich Herr Barth-Engelbart als Linker Barde. Daher erscheint auch der Begriff "Rechtsextremist" augenscheinlich nicht anwendbar. Auch der "Antisemit" ist unhaltbar, wenn man Barth-Engelbarts Artikel mal wohlwollend objektiv liest.

Die Kritiker meinen wohl eher einen islamistischen Faschismus, dem Bart-Engelbart mit seinen Beiträgen Vorschub leisten soll. Da stellt sich gleich die Anschluss-Frage, die zu stellen sicher ganz ungehörig ist. Die aber im Zuge gerade dieser Diskussion mit mir selbst unbedingt gestellt werden muss: Gibt es israelischen Faschismus? Verstehen sie mich nicht falsch. Ich stelle die Frage nur, weil es auch palästinensischen Faschismus geben soll. Christliche Faschisten sind bekanntlich keine Seltenheit. Es gab sogar kommunistische Faschisten. Ist irgendein buddhistischer Faschist bekannt? Chinesen würden jetzt den Dalai Lama nennen. Konfuzianische Faschisten sind allüberall und der Shintu-Faschismus hat nicht nur Pearl Harbour plattgemacht. Faschismus ist verdammt flexibel. So kommt es zu Faschismus-Vorwürfen.

Es wäre schön, wenn uns einer der gelehrteren Kritiker eine verständliche Abhandlung zukommen lassen könnte, warum Herr Barth-Engelbart aufgrund eines Artikels einem "Volksverhetzer", "Nationalsozialisten", "Antisemit" und "Holocaustleugner" gleichgestellt werden soll. Ist es etwa das eine Wort: USrael? Hat es der Barde zu unbedacht seinem Wortschatz einverleibt? Er könnte es doch vielleicht erfunden haben und die Rechten haben 's ihm geklaut. USrael ansich ist so schockierend nicht. Sechs Buchstaben. Die gleichen Leute, die noch über "Krankfurt" köstlich lachten, ereifern sich heute am Gebrauch des kleinen Zweisilbers. Es scheint Tabus im Verknüpfen von Begriffen zu geben. USA darf man nicht mit Israel verbinden. Aha. Sicher darf man Luther auch nicht als "Antisemit" bezeichnen?

Muss man zwingend für alle Disziplinierungsmaßnahmen gegen Palästina sein, sonst ist man Antisemit? Barth-Engelbarts "Ruth" soll eine fiktive Schutz-Ruth sein. Dürfen nicht Worte eines anderen verwendet werden, wenn man zu empört ist eigene zu finden? Sprache macht zornig. Zorn macht Sprache. Faschismus fängt m Bauch an, wo das Zwerchfell sitzt. Nicht im Kopf.

© Alle Rechte liegen bei den genannten Autoren.

so much
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