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Capratius Capratissimus PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Martin Reisbeck   
25.12.2008

Voll verpeilt im Hanauer

Hau den Lukas. Der Chefredakteur des Hanauer Anzeigers, Dieter Schreier, hat die Welt am 24. Dezember 2008 mit einem Weihnachtsgruß beglückt, der noch gefehlt hat. Entgegen seinem frommen Wunsch wird es wohl kaum Frieden auf Erden geben, solange viele Christen, wie auch unser wackerer Hanauer Chefredakteur, noch wehmütiger Hoffnung sind, dass Moslems eines Tages Weihnachten feiern werden.

Voll verpeilt im HanauerGanz sicher wird der kleine Mann aus Islamabad keinen Weihnachtsbaum haben. Da liegt der Redakteur aus Hanau überraschend richtig. Ob das Kind nun im Flüchtlingslager lebt, oder in einem behüteten Zuhause. Wie der Kleine aus seiner jungen Ziege Milch herauspresst, das Geheimnis wird uns der Hanauer Anzeiger allerdings bis zu seiner Spaß-Ausgabe am ersten April ernsthaft nicht darlegen können. Die Mutter des Lammes ist vor Kurzem erschossen worden, weil sie eine Ziege war. Das Lamm wird Ostern geschächtet. 

Was genau dem kleinen afghanischen Jungen da geboren ward, darüber straucheln vielleicht sogar gestandene Capralogen. Ist es ein Kitz, ein Lamm oder eine Ziege? Wir wollen da keine Aussage treffen sind wir doch Dilettanten, wie Sie. Es ist sowieso heikel. Wir sollten gerade in diesen hohen Tagen der christlichen Festlichkeiten daran denken, dass sich Ziegen mitunter nach dem Genuss von drei Glühweinen und zu langem Hineinschauen ins quer geschlitzte Auge schon als janusköpfiges Wesen gezeigt haben. Etwas wohnt dem Tier inne. Etwas, was schon so manchem Hirten den Kopf ganz arg verdreht hat. Die Ziege in der Mythologie ist nicht von Ungefähr eines der Synonyme für den Leibhaftigen. Das Vieh stiftet derart Verwirrung, die kann so stark werden, dass sie zu unerlaubten Tänzen und gar ungehemmten Beziehungen inner- wie unterhalb der Geschlechter und zwischen den Arten geführt haben soll. Unglaublich, was einem mit einem harmlosen Weihnachtskitz alles passieren kann.

Der letzte Satz aber: Danke! Der tröstet uns gerade inmitten des Weihnachten der Banken- und Automobilkrise über alle Verluste und Milliardensubventionen ganz enorm hinweg. Friede den Palästen, Krieg den Hütten.

© Alle Rechte liegen bei den genannten Autoren.

so much
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