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Doppelmoral der CDU Bruchköbel PDF Drucken E-Mail
Verfasst von Sigrid Kargl   
19.10.2008

Jede Platte hat zwei Seiten - „Verlässlichkeit und Glaubwürdigkeit sind die Grundpfeiler in einer funktionierenden Demokratie.“ Mit einer an Scheinheiligkeit kaum zu überbietenden Demagogie zieht die CDU Bruchköbel völlig undifferenziert sowohl gegen SPD als auch die LINKE ins Feld. Nach dem Motto: wenn wir schon keine Argumente haben, legen wir mal wieder die uralte und schon reichlich verstaubte Platte des primitiven Antikommunismus der Adenauer-Ära auf. Doch diese Schallplatte kann nur dann rund laufen, wenn auf der Rückseite die altbewährte Melodie der Vergesslichkeit läuft.

Ist es nicht erst wenige Jahre her, als hessische CDU-Schwarzgeldkassen unter Federführung von Roland Koch auf moralisch höchst verwerfliche Art und Weise als sogenannte „Jüdische Vermächtnisse“ reingewaschen werden sollten? In diesen Kontext passt auch ein früherer Arbeitsminister, der im Brustton der Überzeugung die sichere Rente für jeden Bürger proklamierte und ein Ex-Kanzler, der bis zum heutigen Tag die Namen von Großspendern seiner Partei beharrlich verschweigt. Die Lupe, die man braucht, um bei der CDU noch den letzten Rest an Glaubwürdigkeit zu entdecken, müsste schon riesig groß sein. Worum geht es den aus Wiesbaden ferngesteuerten Saubermännern in der Bruchköbeler CDU in Wirklichkeit? Die Antwort liegt klar auf der Hand und sie lautet: Machterhalt für Roland Koch um jeden Preis! Um diese Strategie durchzusetzen, muss man nicht nur die politischen Kräfteverhältnisse im Hessischen Landtag ignorieren, sondern der SPD auch täglich gebetsmühlenhaft einhämmern, dass ein Zusammengehen mit den Kommunisten angeblich eine Katastrophe sei.

Abgesehen davon, dass die Kommunisten sich straff in der DKP organisiert haben und die LINKE vorwiegend aus ehemaligen SPD-Wählern, enttäuschten Grünen und aufrichtigen Gewerkschaftern besteht, wird hier offenkundig versucht, Tatsachen zu verwischen. Und dort, wo Demagogie und Doppelmoral auf dem besten Weg sind, Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit zu verdrängen, ist es um die Glaubwürdigkeit einer Partei sehr schlecht bestellt. Kann mir bitte einmal jemand von den CDU-Verantwortlichen überzeugend erklären, weshalb in Chemnitz, Cottbus und Zwickau – die Liste ehemaliger DDR-Städte ist beliebig verlängerbar-
Bündnisse der CDU mit der Linkspartei an der Tagesordnung sind. Weshalb wäre denn gleichzeitig hier in Hessen ein Bündnis mit der Partei DIE LINKE angeblich gleichbedeutend mit dem Untergang des europäischen Abendlandes? Fürchtet man, dass ein solches Modell erfolgreich sein könnte und damit richtungsweisenden  Charakter auch für andere Bundesländer haben könnte? Politik ist auch stets mit den Werten Moral und Ethik eng verbunden. Beginnen diese Werte erst einmal zu verkümmern, ist auch der Fortbestand unserer Demokratie in Gefahr.

Die CDU Bruchköbel hat sich mit ihrer Veröffentlichung „Gegen linkes Bündnis“ diskreditiert und damit selbst einen großen Bärendienst erwiesen. Allzu deutlich war der plumpe Versuch anzumerken, unter dem Banner der Glaubwürdigkeit lediglich die eigenen Machtinteressen zu bewahren. Mit einem ausgeprägten Demokratieverständnis hat dies allerdings recht wenig zu tun. Doppelmoral ersetzt keine Wahrheit und Scheinheiligkeit verspielt die Zukunftsfähigkeit einer Partei.

© Alle Rechte liegen bei den genannten Autoren.

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