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gemein unabhängig - bösartig modern - 7. Jahrgang - September 2010
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Perikles hat gesagt PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Martin Reisbeck   
01.10.2008

Auch für das Zitieren braucht man Geist!In meinem Gästebuch hat sich jemand eingefunden, der wenigstens versucht, mich konstruktiv zu kritisieren. Ich habe, wie dort üblich, mit einem "Admin-Kommentar" geantwortet. Da das Geschriebene aber zu lang für das Gästebuch wird, habe ich den Dialog an dieser Stelle zusammengefasst ins Magazin gebracht.

Das Pseudonym „Huxol“ schreibt am 30. 09. 2008 um 8:28 Uhr:
Selten so einen Scheiss wie hier gelesen. Unglaublich !...
Ein gehirnamputierter Arbeitsloser, der basierend auf Halbwissen fortwährend den Tatbestand der Beilidigung begeht. Solchen Leuten sollte man andauernd juristisch den Arsch aufreißen und dabei die ganzen sog. "Artikel" hinterherschieben ! Trottel, die nichts besserer zu tun haben, weil sie im echten Leben arme Schweine sind und ansonsten keine Beachtung finden. Sehr arm !

Martin Reisbeck, 30.09. 2008, gegen Mittag
Gut gell ;-)
Schön, auch mal was von Euch zu hören. Ich dachte schon ich treffe nicht in Schwarze. Aber Dein Beitrag zeigt mir, dass ihr da draußen doch Anteil nehmt, wenn ich Euch vor den Augen der Öffentlichkeit ausbreite. Danke für Deinen Beitrag. Jetzt weiß ich wieder, gegen wen ich eigentlich schreibe.

Pseudonym „Kommentar“, 30.09.2008, 2:58 Uhr
Hinsichtlich des Punktes „von Euch zu hören“: von uns hört man ja wenigstens etwas, man sieht uns sogar und wir beteiligen uns auch öffentlich. Was man von dem Verfasser dieser juristisch fragwürdigen Page ja nicht behaupten kann. Dieser versteckt sich ja nur feige in der virtuellen Welt, verarbeitet ausschließlich Dinge, die er stets immer nur vom Hörensagen aufschnappt. Von jemandem, der den Stadtverordnetensaal von innen nicht kennt. Auf diesen Seiten wurden Personen in der Vergangenheit angegriffen, die heute wiederum fast glorifiziert werden. Hauptsache konträr und prinzipiell dagegen. Ich muss Dich korrigieren: Du triffst hier nicht ins Schwarze und Du breitest auch nichts in der Öffentlichkeit aus. Im Gegenteil: Öffentlich ist hier gar nichts, denn Du bist hier derjenige, der feige, armselig und vollkommen unproduktiv lediglich im Verborgenen anprangert. Mehr nicht. Deine „Leserbriefe“ verschwinden in den Redaktionen im Mülleimer, selbst Wählergemeinschaften legen keinen Wert auf Dein „Demokratieverständnis“ und die Öffentlichkeit benötigt Dich schon gar nicht. Perikles sagte einmal: „Wer an den Dingen seiner Gemeinde nicht Anteil nimmt, ist kein stiller, sondern ein schlechter Bürger“. Anteil nehmen bedeutet aber nicht: Diffamierung ohne Inhalt. Wo sind die konstruktiven Kritiken, wo sind Vorschläge- schlechter Bürger? Wo beteiligst Du Dich? Was willst Du überhaupt in dieser Stadt, wenn doch alles schlecht ist? Zieh doch weg. Dann wärst Du wenigstens nicht mehr in Deiner virtuellen Welt eingesperrt. Am besten in eine Großstadt- die würde dann allerdings Deine Anonymität sogar noch um Längen schlagen und es würde sich wenigstens absolut keiner mehr für Dich interessieren, schlechter Bürger.

Martin Reisbeck, 1.10. 2008, gegen Mittag
Ich hoffe, dass sich der arme Mensch hinter dem Pseudonym „Huxol“ nach dem ersten Schock gefangen hat und sein Blutdruck auch wieder normal ist. Du unternimmst nun zumindest den Versuch, die Kritik an mir auf eine rationale Schiene zu bringen. Das ehrt Dich. Ich verzeihe „Huxol“ den emotionalen Ausbruch von gestern und dir die Fehler in deiner aktuellen Kritik.

Denn es gibt ein Problem mit dem, was Du heute schreibst. Zunächst wird Politik nicht besser und ein Standpunkt nicht richtiger dadurch, dass Perikles zitiert wird. So etwas mag in Jubiläumsreden ein beliebter Kunstgriff sein, im „Bruchköbler“ dagegen schmücken wir uns gerne mit eigenständigem Denken und einem auf den Punkt gebrachten, originellen Satzbau. Auch erscheinst du uns durch Zitierkunst nicht etwa klüger. Das Gegenteil ist der Fall, da du ein Zitat gewählt hast, das am Kern der Sache weit vorbei doziert.

Du warst bei der Suche im Schatz der 1000 Sprüche davon geleitet, was Du gerne sehen möchtest, ohne zu erkennen, was wirklich ist. Ich stehe ganz schonungslos in der Öffentlichkeit. Geradezu nackt. Es gibt kein anderes Medium, das so öffentlich ist, wie das Internet. Damit strippe ich mental in der Gemeinde nein, vor der ganzen Welt und laufe mit jedem geschriebenen Wort extrem Gefahr, mich zum Narren zu machen. Haue ich daneben, bekomme ich das sofort zu spüren. Dann müsste ich mich schämen und die Leser würden sich sofort abwenden. Schau auch, was gerade im Moment passiert: Jeder, der das hier liest weiß, wer ich bin. Es ist im Impressum nachzulesen. Man kann mit dem Finger auf mich zeigen und mit klugen Argumenten widerlegen. Warum passiert das nicht? Denk darüber nach!

Was tust Du? Du steckst auch heute wieder hinter einem Decknamen. Ohne jede Bewertung ist das nur Fakt. So ist das Internet. Es ist ein relativ gefährliches Medium, das ich mir ganz bewusst für meine Arbeit ausgesucht habe. Da ich alleine herausgebe, gibt es keine Chance, durch Korrektur vor Schaden bewahrt zu werden. Also bringe ich einen sehr hohen, persönlichen Einsatz. So sieht die Wirklichkeit aus, die dein Zitat von Perikles, nunmehr total stumpf geworden, im Orkus der Geschichte wieder verschwinden lässt.

So wie Du, will ich in Bruchköbel leben, und werde deinem Rat, das Städtchen zu verlassen, sicher nicht Folge leisten. Doch leider bin ich in meinem Leben nicht ungestört. Weil in meiner Welt die Riege der Politiker eine inakzeptable Kakofonie anstimmt, die nach ihrer eigenen Partitur geschrieben ist und nicht nach der harmonischen, die sie stets vor den Wahlen anklingen lässt. Kritisierte ich aber nun die Weltpolitik oder die des Staates, wäre das zwar ehrenhaft, aber vergebene Mühe. Es gibt unter den tausend Kritikern genug kluge Köpfe, deren Worte auf dem großen, heißen Stein der Tatsachenbeschaffung und ihrer Beschreibung verdampfen. Die Lokalpolitik jedoch liegt direkt vor meiner Haustüre. Die Tatsachen sind bekannt oder werden mir zugeflüstert. Auf dieser Basis macht es durchaus Sinn, sich meinungsbildend einzumischen. Diese Freiheit nehme ich mir. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Mit einem durchaus nicht schlechten Ergebnis, wenn ich das noch uneitel anmerken darf.

Zugegeben, meine Sprache ist schon ein starker Tobak und meine Geschichten werden tatsächlich oft genug aus Halbwissen gespeist. Darüber lasse ich aber auch niemanden im Ungewissen. Ich habe nie behauptet, investigativer Journalist zu sein. Staune, wie nah ich trotzdem an der Realität liege. Das juristische Urteil darüber, was ich darf und was nicht, überlassen wir aber lieber dem Richter. Ich wurde von Maibach bereits angezeigt und nun können wir in aller Gelassenheit den Prozess abwarten, anstatt hier ständig mit Justitia herumzuwedeln. So etwas löst beim Leser nur Gähnen, allenfalls noch Mitleid aus. Ich höre bestimmt nicht sofort auf zu schreiben, nur weil mir ein Politiker über einen Rechtsanwalt seine persönlichen Befindlichkeiten mitgeteilt hat. Du musst schon weiter mit meiner Meinung leben. Sogar wenn sie weh tut.

Aber sieh es mal sportlich! Mach einfach bessere Politik. Dann lösen sich alle Probleme, die Du mit mir hast, sofort in Luft auf und ich hätte mehr Zeit für mich. Übrigens kann ich in meinen Artikeln nicht ablesen, dass ich die Bösen Buben Bruchköbel (BBB) jemals "glorifiziert" hätte. Da hast Du dich wirklich nur schlicht negativ selbst gespiegelt. Es ärgert Dich, dass der BBB im Moment nicht so grob falsch liegt, wie der Rest des Parlaments. Das ist bei dem beschränkten Angebot in Bruchköbel allerdings auch keine Schwierigkeit.

Es gibt so viel, was ich Dir noch schreiben möchte, aber das kannst Du alles im Prinzip in meinen Artikeln nachlesen.

© Alle Rechte liegen bei den genannten Autoren.
so much
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