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Martin Bieberle, der Geschäftsführer der Hanauer Marketing GmbH war in Bruchköbel zu Besuch und hielt einen Vortrag über Stadtmarketing. Das geriet natürlich so wie immer, wenn große Schwätzer vor denen brillieren, die gerne große Schwätzer wären. Bieberle zündete ein Feuerwerk bedeutungsschwangerer Begriffe, aus denen wirklich jeder Blödmann genau das herauswursteln konnte, dessen er am Horizont seines profunden Unwissens gerade noch habhaft wurde.
„Offensives Citymanagement“, „Ladenbesatz“ und „zentrale Kompetenz“ gehören zu diesen starken Wortgeschöpfen, die einem einfach gestrickten Gemüt die Welt in völlig neuem Licht erscheinen lassen. Doch sie bedeuten nicht mehr als das, was mit üblichen Worten des täglichen Sprachgebrauches nicht auch ausgedrückt werden könnte: „angreifende Innenstadtverwaltung“, „Sortiment“ und „Fachwissen“ sind die Banalitäten, die sich hinter dieser fulminanten Verbalakrobatik verbergen. Dummerweise fällt so aber auf, dass es an dem, was wirklich dahinter steht, in Bruchköbel nicht mangelt. Maibach muss wohl zu denen gehört haben, die besonders eifrig das Marketing-Blut von den Lippen der Hanauer „Hochkompetenz“ geleckt haben. Standardgeschwätz aus der Phrasen dreschenden Berater-Branche geriet so zur Verkündigung des Königsweges aus seinem eigenen, geistlosen Dilemma. Er hat die eitle Selbstdarstellung des Hanauer Zampanos völlig kritiklos für bare Münze genommen und glaubt nun fest an etwas, womit jedem gebildeten Zuhörer der Verstand vernebelt wurde. Maibach sieht seine Zukunft tatsächlich im Rezitieren von aufgeblasenem Werbefuzzi-Geschwätz und mich verdonnert er mit seiner gestelzten Pressemitteilung zum gequälten Trainings-Dummie. „Aufenthaltsqualität!“ Aus seinem Munde würde das wohl kaum so tragisch anmuten, wenn er bloß ein gestrauchelter Elektoinstallationsladen-Manager auf dem Wege zur dringend notwendigen Selbstfindung wäre. Aber anstatt zuhause, im Privaten mit dem neu erlernten Jargon den tollen Hecht zu geben und damit Beate endlich mal wieder flach zu legen, belästigt er die ganze Gemeinde völlig unreflektiert mit dem hohlen Geschwätz des losgelösten Bieberle. Warum, um Himmels Willen, müssen wir das jetzt auch noch ertragen? Weil er aufgrund der unglaublichen Unfähigkeit eines zahnlosen, politischen Gegners Bürgermeister geworden ist. Weil jede taube Nuss im Lande, die nichts Originelles auf die Beine zu stellen vermag, bekanntlich ihr Heil im Geschwätz sucht. Weil jeden Morgen ein unsäglich großer Haufen noch viel Dümmerer aufsteht, den man immer wieder neu mit hohlen Phrasen beeindrucken kann. Weil Gott Bruchköbel hasst! „Für Günter Maibach, der aus der Wirtschaft stammt und der zudem von Beginn an in der Arbeitsgemeinschaft Stadtmarketing mitarbeitet (s. unten, Anmerkung eines Lesers), gehören die Bereiche Marketing, Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung ohnehin eng zusammen.“ Für mich gehören der Bruchköbeler Kurier, wo man diese heiße Luft zu lesen bekommt, geistiger Dünnschiss und Maibach besonders eng zusammen. Ich könnte ja einfach schmunzeln über die Offenbarung des Trivialen und letztlich Erwarteten. Was aber nun wirklich auf keine Kuhhaut mehr geht: Dass uns einer, dem kürzlich sein eigener Laden um die Ohren geflogen ist, mit „Qualitätssicherung“ und „Prozesssteuerung“ daher schwadroniert. Da ist bei mir endgültig Schicht im Schacht. Nun beginnt die ganze Sache unangenehm zu werden. Maibach! Das ist, als würden wir mutwillig einen Schimpansen an das Steuer eines Vierzigtonners setzen und ihm auf der Autobahn mit einem kameradschaftlichen Klaps auf die Schulter den ersten Gang reinlegen. „Prozesssteuerung und Qualitätssicherung“ sind zwei ganz außerordentlich seriöse, ernst zu nehmende Begriffe, hinter denen wir geballtes Fachwissen und ein fein verästeltes, klug ausgedachtes Regelwerk vermuten dürfen. Wenn sich nun ein Dampfplauderer in eigener Sache dieser großen, hohe Verantwortung implizierenden Worte bemächtigt, dann kann ich nur aufschreien: „Anhalten, aussteigen und Maul halten!“ Da weiß einer nicht, wovon er redet, hängt sich aber ganz gefährlich rein! Von wegen Chefsache. Chefaufschneiderei wäre wohl passender. Aber auf mich hört ja wieder keiner und die Opposition klatscht begeistert Bravo. Anmerkung eines Lesers: Hi Maddin, "Günter’s Chefsache" triffts haargenau! Besonders das Zitat "Für Günter Maibach, der ... von Beginn an in der Arbeitsgemeinschaft Stadtmarketing mitarbeitet ..." ist der reine Hohn. "Mitgearbeitet"? *rofl* Strohmann hat bei den Sitzung des Stadtmarketing monatelang durch Abwesenheit geglänzt... Laut stupedia, der Enzyklopädie ohne Sinn bedeutet *rofl*: Rofl (Rolling on the Floor laughing; dt.: Am Boden Rollen und lachen ) bezeichnet das vor-Lachen-am-Boden-Rollend. |