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Wie geht es Euch, wenn ihr in ein schwarzes Loch hineinseht? Ich persönlich habe immer das kribbelnde Gefühl, gleich springt etwas heraus. Der Physiker dagegen weiß schon lange: Das Dunkle im Schwarzen Loch saugt und zwar alles hinein.
Im CERN, dem Conseil Européen pour la Recherche Nucléaire wird nun der LHC angeworfen, der Large Hadron Collider. Die Augen der Welt richten sich auf das gigantischste Experiment, das je realisiert wurde. In einer Röhre von 27 Kilometer Umfang, die in ca. 175 Meter Tiefe nordwestlich von Genf in den Stein der Alpen gemeißelt wurde, werden ab 10. September 2008 zunächst Wasserstoff-Atomkerne beschleunigt und aufeinander prallen. Vor dem Zusammenstoß haben sie beinahe Lichtgeschwindigkeit aufgenommen. Wer sich für Detailfragen interessiert, ist bei Wikipedia richtig. Unter dem Stichwort "CERN" gibt es dort ein umfassendes Sprungbrett in die Welt der Teilchenphysik. Alleine die Supraleiter-Technik, die im Rahmen des LHC zum äußersten Menschenmöglichen getrieben wurde, beeindruckt kolossal. Doch nicht nur die kühnen Dimensionen dieses Experiments lassen uns erschaudern. Seine Ergebnisse werden die Wissenschaft revolutionieren, sagen Physiker voraus. Die systematische Suche nach dem "Gottesteilchen" steht an. Dem Teilchen, das die Welt zusammenhalten könnte. Alle noch so kühnen Modelle erklären den Physikern nämlich schon längere Zeit nicht mehr schlüssig, warum unser Universum überhaupt zusammenhält. Je mehr Fakten Astronomen und Teilchenphysiker in der jüngsten Geschichte zusammengetragen haben, desto unscharfer wurde ihr Weltbild. Die deterministische Wissenschaft scheint am Ende angekommen zu sein. Nicht nur einer der einst knallharten Faktensammler, wurde darob langsam weich im Keks und glaubte, Gott in die Augen geblickt zu haben, der mit ihm böse Scherze treibe. Viele von ihnen verrannten sich sinnlos in tiefer Religiosität. Mit dem LHC im CERN schlägt das Imperium der Determininsten zurück. Isaac Newton' s bis zum Äußersten motivierte Jünger wollen nun einfürallemal Klarheit schaffen mit Gott, seinen Teilchen und der Welt ansich. Sie haben vier Monsterexperimente in einen Beschleuniger-Ring eingebaut. Rätselraten war gestern. Heute wird die finale Klarheit in das Lehrbuch geprügelt! „Mit der Brechstange,“ behaupten auch nicht wenige, namhafte Zweifler und bereiten sich allen Ernstes auf den Weltuntergang vor. Es gilt als erwiesen, dass mit dem Zusammenprall der Teilchen kleine schwarze Löcher entstehen. Besonders, wenn dann Schwere Kerne geschossen werden. Das Problem an dieser Art Loch ist, dass niemand wissen kann, wie man es einfängt oder ob man es überhaupt einfangen sollte. Kein Physiker kann verbindlich voraussagen, wie sich ein neues, schwarzes Loch vagabundierend im tiefen Gestein unter Genf verhalten wird. Alles scheint möglich. Verschlingt es die Materie um sich herum, um immer größer zu werden? Verschwindet es in Zeit und Raum oder frisst es unsere Welt in fünfzig Wochen? Zeugen die anderen schwarzen Löcher im Universum eventuell von schiefgegangenen Experimenten? Hören wir deshalb nichts in unseren Radio-Teleskopen? Der Europäische Gerichtshof meint nein. Was mich jetzt wahnsinnig beruhigt, wenn hoch-kompetente Juristen das sagen. Der Tübinger Professor für Physikalische Chemie und Chaosforscher Otto E. Rössler hatte bis zur letzten Instanz gegen den Start des LHC geklagt und wurde abgeschmettert. DieTeilchenphysiker haben schön berechnet, dass zu 99,999999 Prozent nichts dergleichen passieren wird. Das wiegt uns ganz besonders tief in Sicherheit. Also Leute, falls es tatsächlich morgen passiert, stehen hier zehn Dinge, die bis zum Weltuntergang getan sein sollten. Dummerweise könnte dieser Artikel dafür aber zu spät gekommen sein. Lebet daher einstweilen wohl liebe Leser. Ich weiß, ich war fürchterlich für einige von Euch und bereue von Herzen, das ich nicht noch viel fürchterlicher gewesen bin. Für einen herzlich frivolen Lacher zum Thema sorgte übrigens meine Freundin Steffi heute Abend völlig unabsichtlich und in aller Unschuld. Nachdem wir beim Essen den Weltuntergang hinreichend ventiliert hatten, meinte sie zu ihrem Lebensgefährten: " Dann sollten wir noch was Schönes machen Schatz. Komm wir gehen heim und treiben es, bis das schwarze Loch kommt." Beachtet im Magazin unter der Rubrik "Was noch?" bitte den "Laber-Flash". So heftige Reaktionen können durch meine Artikel ausgelöst werden. Ich bin beeindruckt! |