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Die Schlacht der Demotakten 1 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Martin Reisbeck   
06.08.2008

Das AktenzeichenIch bin sehr aufgeregt. Der Bürgermeister von Dawillichleben ist beleidigt. Wegen mir. Nein, damit meine ich jetzt nicht: Ist mir doch egal. Nein. Wegen mir ist er beleidigt. Er fordert Satisfaktion. Sein Ruf steht auf dem Spiel. Bitte, denken Sie es jetzt nicht! Nicht in dieser Situation!

Ich seh' s schon. Sie können nicht verhindern, es zu denken. Sie fragen sich, was es da zu verspielen gibt. Wie zum Teufel ein Niemand den Ruf der entfesselten Dawillichlebener Elektromeisterdüse gefährden kann. Ich darf mich von heute an sowas nicht mehr fragen. Meint der verläßlich verbindliche, vertrauenswürdige Herr Maibach. Zumindest soll ich mich öffentlich nicht mehr fragen dürfen. Er will mit meiner Fragerei nichts zu tun haben. Jedenfalls mit der, die ihn betrifft. Weil er von Ihrem Vertrauen lebt, lieber Bürger. Sie, werte Leser sollen sich nicht mehr mit meinem Gedankengut über ihn konfrontieren lassen. Sie sollen sich von mir nicht fragen lassen dürfen, warum er erst seine Firma hinschmeißt, um sich anschließend von Ihnen durchfüttern zu lassen. Er will sich selbst und Ihre Gedanken vor mir schützen. Deswegen hat er mich verklagt.

Nein, bitte denken Sie das jetzt nicht: Natürlich könnte er seinen Computer zum Fenster hinaus werfen. Oder die Internet-Leitung abklemmen. Dann könnten wir uns in Ruhe amüsieren. Er hat doch eh die Demotakten des Fürchterlichen (sprich den Namen nicht aus) zum Schreiben. Was braucht der einen Computer? Verstehen Sie doch endlich! Die Demotakten lesen auch für ihn. Er braucht den Computer überhaupt nie! In Wirklichkeit haben mich die Demotakten verklagt. Denn ich schmerze nicht nur ihre Marionette, was sie durchaus amüsant fänden. Ich bereite auch den Demotakten des Fürchterlichen (sprich den Namen nicht aus) großes Ungemach. Weil ich einer der Wenigen in Dawillichleben bin, der sie sehen kann. Weil ich über sie lache. Das ist zuviel Freiheit. Das müssen sie ausgemerzen. Sonst hätten die doch nur gelächelt. Wie einst das Nerven-As Bürgermeister Roth mich ganz schlicht ignoriert hat. "...und damit auf die Schnauze gefallen ist," versucht gerade im Moment ein Demotakt meine Gedanken zu kontrollieren. "Verschwinde Trugbild!" Ich befreie meinen Geist.

Bevor wir Ihnen die neue, spannende Demotakten-Life-Story endgültig eröffnen, nur kurz ein paar Anmerkungen in eigener Sache:

1) Meine Frau haben sie auch verklagt. Elke ist die mutige Betreiberin der beliebten Internet-Präsenz "der Bruchköbler". Da wir nun unseren Advotakten privat bezahlen müssen, bitten wir etwa amüsierte Leser um Spenden für das Vergnügen. Die Bankverbindung entnehmen Sie bitte der Telefonnummer im Impressum. Wir wollen unsere Gönner natürlich persönlich kennen lernen.

2) Über Solidaritätsadressen im Gästebuch freuen wir uns ebenso, wie über Bedenkenträger, die sich kundig äußern wollen.

3) Das kann jetzt nur eine Fortsetzungs-Story werden. Bleiben Sie am Ball!

4) Die Story haben wir bewußt in der Rubrik "Deutschland" aufgehängt. Weil wir glauben, dass dieser Fall von allgemeinem Interesse ist. Er betrifft sowohl das Rechtsgut der Ehre, als auch die allseits beliebte "Freie Meinung". Das sind konkurrierende Rechtsgüter, womit Sie sicher auch gespannt sind, wie es weiter geht. Und deswegen eröffnen wir heute...ach was:

The Bruchköbler proudly presents

aus den X-Files des modernen Verbrechens

uunsere erste Live-Serie

 Die SCHLACHT DER DEMOTAKTEN
PERIODE I, KAPITEL I

Die Ladung

Szene 1:
Frühstückszimmer. Kaffee steht auf dem Tisch. Der Bruchköbler sitzt am Tisch. Er lässt einen zufriedenen Blick über seine Frau gleiten, die gerade mit der Zeitung und zwei Briefen herein kommt. Die Zeitung legt sie lächelnd neben ihn. Sie öffnet die äußerlich gleich aussehenden Schreiben, während er am heißen Kaffee nippt und herzhaft in sein Brötchen beisst.

Der Bruchköbler: Mmmh, das schmeckt gut.

Frau Reisbeck: Hier! Zum Thema 'Wir sind ganz alleine - die Kinder sind in der Schule', jetzt hastes mal wieder geschafft!

(Briefe fliegen auf den Tisch)

der Bruchköbler: Was hab ich geschafft?

Frau Reisbeck süffisant gefährlich: Da! Lies! Zur Abwechlung liegt jetzt mal der blöde Maibach zwischen uns im Bett. War das nötig? Hast Du das wirklich so gewollt? War es dir nicht schön genug?

Der Bruchköbler: Wieso, Was?

Frau Reisbeck: Jetzt tu nicht so, als würde dich das überraschen!

Der Bruchköbler: Was?

Frau Reisbeck: L I E S !

Der Bruchköbler nimmt die Briefe und fängt an zu lesen:

(Vordruck): Vorladung

(Vordruck): Sehr geehrte 

(geplagter Polizist schrieb): r Herr Reisbeck

(Vordruck): im      wegen

(geplagter Polizist): Beleidigung gemäß § 185 StGB

Sie beleidigten und diffamierten durch einen Artikel in der Internetzeitung "Der Bruchköbeler" den Bürgermeister Maibach als Versager u. behaupten weiter Unwahrheiten.

(Vordruck): werden Sie

(geplagter Polizist): Herr Reisbeck

(Vordruck): gebeten, sich am...

der Bruchköbler: Uiiii!!!!

Frau Reisbeck: Zeig mal, wie du da wieder raus kommst.

Der Bruchköbler: Da kommst Du vielleicht raus. Ich muss wohl mitten durch gehen. Liegt der wirklich solange in unserem Bett?

Frau Reisbeck kann ein Lächeln beinahe nicht unterdrücken.

S Z E N E N W E C H S E L

Die Fortsetzung der Life-Story kommt. Wir seh'n uns!

© Alle Rechte liegen bei den genannten Autoren.

so much
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