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Ich kann mir schon denken, was die Studie zur Feststellung des Konsumklimas gekostet hat. Das Wissen könnte es billiger geben. Warum hat die Regierung mich nicht gefragt. Dann würden Sie den Grund erfahren, warum trotz wirtschaftlichem Aufschwung kein Kaufrausch aufkommen mag. Ganz ohne Analyse.
Zunächst gibt es das ständige Stöhnen der Bürger über alle gesetzlich festgeschriebenen Abgaben. Das ist mehr, als man im ersten Moment glauben mag. Neben den üblichen Steuern auf Einkommen, gibt es die Mehrwertsteuer. Wir zahlen ja sogar Mehrwertsteuer auf die Kraftstoffsteuer. Das ist schon ein Kunststück! Dann gibt es all die Versicherungen, mit denen ein Individuum erst zum verantwortungsvollen Bürger wird. Und wenn Du glaubst, alle Abgaben sind komplett bezahlt, kommen die Wegelagerer-Kosten noch oiben drauf. Das sind die Knöllchen aus Knöllchenfallen, die überall in Stadt und Land aufgestellt sind. Für Autofahrer ist es unmöglich, sich nicht darin zu verfangen. Es sei denn, Sie sind einer von denen, die sich ergeben haben und rein überhaupt nichts mehr trauen. Sie gehen mit mir einer Meinung, dass die vorgenannten Abgaben reichlich bemessen sind? Das ist der Teil, den der Staat ganz alleine zu verantworten hat. Kommen wir zu den Teilen, wo der Staat der Wirtschaft hilft, zusätzliche Profite aus uns zu pressen. Wo die eine Elite der anderen beisteht. Da war zum Beispiel die Euro-Umstellung. Sind wir ehrlich: Die haben uns mit vereinten Kräften die Mark halbiert, bzw. innerhalb von wenigen Jahren die Preise verdoppelt. Sogar eine kleine Dose geschälte Tomaten hat schon bald nach der Umstellung 25 Cent gekostet und nicht die 25 Pfennig. Die Checker unter uns wissen schon noch, dass bei der Umstellung von Mark auf Euro 12,5 Cent fast genau 25 Pfennig waren? Klar, deswegen ist es doch auch so einfach umzurechnen. Jetzt zahlen wir also fünfzig Pfennig, mögen Sie vielleicht mitgerechnet haben. Ich amüsiere mich über so viel kindliche Naivität. Der Handel und die Bundesregierung übrigens auch. Die Dose geschälte Tomaten kostet mittlerweile 38 Cent, also gute 76 Pfennig. Da sich dieses Prinzip seit Jahren durch weitgehend alle Branchen zieht, aber niemals, auch nicht ansatzweise, bei den Löhnen ankommen wird, haben wir keinen Impuls zur Hemmungslosigkeit an den Verkaufstheken. Wir haben mittlerweile aufgehört, alles in D-Mark umzurechnen. Das macht nämlich keinen Sinn mehr bei einem Kurs von 1:1 zuzüglich reale Inflationsrate, Reibachmaximierung, sowie Maut- und Ölpreisaufschlägen. Wozu brauche ich also eine Studie? Alle Studien lügen seit der Euroumstellung über die Inflationsrate, dass sich der Muster-Einkaufswagen biegt. Der einzige Reim, den ich mir darauf machen kann, dass die Inflationsrate nicht zeitweise bei fünfzig Prozent lag ist der, dass die Statistiker immer weniger in den Wagen rein laden. Oder andere Güter, die im Preis gleich bleiben. Jedenfalls war das mit dem Euro der erste Schock. Und bestimmt auch der Nachhaltigste. Das war aber erst der Anfang. Ich weiss, sie könnten schon weinen. Ich fahre schonungslos fort. Die europäische Verpackungsverordnung ist der nächste Griff ins Klo des sozialen Staatswesens. Da hat die Politik wieder ganz erfolgreich den Weg für weiteren Wucher frei gemacht. Ich muss Sie enttäuschen lieber Leser, ich rede hier über die angeblichen Vertreter unserer Interessen. Diese Übeltäter fühlen sich von uns gewählt. Wie wäre es, wenn wir die Größe unserer Parlamente nach der Wahlbeteiligung bemessen würden? Dann würde sich so mancher Abgeordnete doch etwas mehr für unsere Interessen einsetzen und nicht mehr alleine die Politik der Eliten vertreten. Zurück zum Thema. Die neue europäische Verpackungsverordnung führte dazu, dass in den meisten Produkten des täglichen Gebrauchs weniger drin ist. Zum gleichen Preis, versteht sich. Das ist verständlich wenn man weiss, dass die Leute, die uns das eingebrockt haben, selbst nicht einkaufen gehen können. Die müssen Politik machen. Die kriegen von der Realität im Konsumklima nicht das Geringste mit. Deshalb brauchen die Studien. Aber Studien müssen so sein, dass die Politiker es auch verstehen. Dewegen wissen die nichts von der Halbierung der Mark und den immer kleineren Packungen. Und deswegen schauen wir, wie meistens seit dem Jahr 2000, immer tiefer in die Röhre des Abschwunges. Ich hätte da zum Schluss noch einen Tip an unsere Eliten. Das Mittel für noch mehr Reibach: Unser Europaabgeordneter bringt den Antrag in Brüssel ein, dass ein Kilogramm ab 2010 nur noch das Gewicht von 500 Gramm hat. Das ist ganz einfach, weil es sich hierbei um relativ willkürliche Definitionen handelt. Es ist, wie beim Euro. Der Verbraucher wird das schon schlucken. Ganz ohne Murren. |