|
Frau Metzgers Gatte, SPD-Abgeordneter in Berlin, öffentlich rechtlich alimentiert, potentielles Lobbyopfer sagte dem Radiosender Hitradio FFH: "Ich kenne den Bezirk Hessen-Süd der SPD und weiß, was ich von diesem Bezirk zu halten habe. (...) Und ich weiß, dass da mit Psychoterror gearbeitet wird." Die Abgeordnete Metzger war von Parteikollegen zu einem Mandatsverzicht gedrängt worden, weil sie eine Regierungsübernahme mit Hilfe der Linken nicht mittragen wollte. Im SPD-Bezirk Hessen Süd herrsche "eine linke Mafia", sagte Metzger. Bis hier und nicht weiter, Metzger! Sie reden gerade über eine altehrwürdige, große Partei und nicht etwa über die Mafia!
Jeder weiß: eine linke Mafia gibt es nicht. Die Mafia ist immer ein scheißreaktionärer, mordender Dreckhaufen gewesen und wer Linke Solidarität mit der "Mafia" verwechselt, ist selbst mafiös. Wenn aus der Partei der "Genossinen und Genossen" solcherart Aussagen in die Öffentlichkeit dringen, sollte jedem im Lande klar werden: Die SPD wird gerade von reaktionären U-Booten umgedreht. Hier läuft ein koordinierter, ultimativer Angriff auf die Integrität der Sozialdemokratie. Der Ausflug der SPD in die "neue Mitte" der Gesellschaft hat tiefe Gräben aufgerissen und war eine böse Falle. Vor allem zwischen echten Genossen und neuen SPD-Karrieristen, die bergierig am großen Lobbykuchen in Berlin mitfressen wollen entbrannte ein verbissenes Hauen und Stechen. Die sogenannten "Abgeordneten" der "neuen Mitte" handeln nach ihrem eigenen Gesetz: Man nimmt, was man kann und gibt, was unbedingt sein muss. Mit Sozialdemokratie hat das nichts mehr zu tun.
Der Vorsitzende Beck gibt zwischen diesen ungleichen Fraktionen das personifizierte Bild der Hilfslosigkeit. Deshalb müssen wir heute auch schon wieder lesen: "Es gibt keine Zusammenarbeit mit dieser Partei (Anm. d. R.: der Linken), wenn dort beispielsweise DKP-Mitglieder auf Wahllisten stehen." Beck kommt einfach nicht auf den einfachsten Gedanken,dass die Wurzel allen Übels mitten in der eigenen Partei sitzt und sich gerade köstlich einen feixt. Er hat jede Form von Übersicht verloren und ist ein Getriebener seiner eigenen Statements. Statt im Hause der SPD ein eisernes Machtwort zu sprechen und wieder die sozialdemokratische Spur zu suchen, verzettelt er sich im Dschungel von Kleinlichkeiten, Ängsten und Ressentiments. Er plappert dummes Zeug, rein aus blindem Aktionismus heraus und diktiert der Linken Bedingungen, obwohl die überhaupt nicht danach gefragt hat. Er bringt es aber noch viel schlimmer und wiederholt öffentlich das hessische Verlierer-Mantra für die Bundestagswahl:
Es gibt, wegen unvereinbarer Positionen, keine Zusammenarbeit mit der Linken, lässt er abdrucken. Auch weit über 2009 hinaus nicht.
Herr Beck, genau das wollten die die künftigen Besserverdiener und Lobbynutten aus der SPD hören. Das schmiert die lukrative Karriere auf' s Vortrefflichste. Genosse Beck, das war's. Deine Arbeit ist getan. Geh' nach Mainz zurück, mach dort die rote Laterne an und schunkel dir schön einen mit der lokalen Prominenz. Singt meinetwegen gemeinsam Arbeiterlieder ab. Das Proletariat ist tot. Da könnt ihr nichts mehr anrichten. In Mainz werden Politiker von deinem Format immer gebraucht, Genosse Harmlos. Vom Überleben im Berliner Haifischbecken hast Du keinen blassen Dunst! Wie auch? Mit deiner ständigen Türklinke aus Mainz in der Hand bist du zu weit weg vom großen Reibach. Da sind die Betbrüder und -schwestern vom Metzger-Clan aus dem biederen Darmstadt schon sehr viel näher dran am großen Kuchen.
Dusseliger kann man als Vorsitzender wohl nicht agieren. Der tägliche Kotau vor seinen eigenen Schlächtern kommt bei der "neuen Mitte" der SPD zwar gut an, aber Wählern und Parteibasis wird nun wirklich final speiübel. Mussten die doch in Hessen gerade erst machtlos mit ansehen, wie die SPD mit diesem völlig unnötigen-, in vorauseilendem Gehorsam abgesonderten Spruch ohne Halbwertzeit, am Nasenring durch die politische Arena geführt wird. Der Rückgang von einer halben Million Mitgliedern seit dem großen Auftritt des Kapitalisten-Schröder ist kein Zufall, Kurt! Oskars Austritt aus der Partei war auch nur ein Symptom für diesen Groß-Trend. Die Sozialdemokratie liegt seit Schröder in den Händen von ein paar parlamentarischen Raubrittern. Das ertragen echte Sozis nicht und laufen ihrer Partei davon.
Nun merkt sogar die viel zu brave Rest-Basis dieser vormals "links" angesiedelten Partei, wie weit rechts sie mittlerweile angekommen ist. Sie steckt fest. Mitten im Strudel der Begierden. Die Partei ist jetzt nur noch durch ihre Zerrissenheit von der CDU zu unterscheiden. Karriere ist den führenden Managern wichtiger, als jeder ideelle, sozialdemokratische Inhalt. Die Manager-Genossen spielen nun dem Wähler vor, dass sogar Sozialdemokraten wirtschaftlich genau so kompetent sein können, wie CDU- und FDP-Wirtschaftsspezialisten. Das ist ihnen so gut gelungen, dass ehemalige Genossen bereits am großen Geschäft partizipieren (Schröder, Clement). Die Habenichtse unter den Mitgliedern laufen da lieber hinter dem fröhlich die "Internationale" pfeifenden Oskar her, als sich in aussichtslosen Positionen vom rülpsenden Partei-Establishment als Kärrner verheizen zu lassen. Die SPD-Wähler aber werden nun voll sauer. Die erinnern sich eh schon ganz ungerne an die Boss-Attitüden des Kanzlers Schröder. Das war nicht ihre gute alte Tante SPD, die da vollgedröhnt in der Elefantenrunde einer sauertöpfischen Frau Merkel großmäulig den Sieg aberkannt hat. Da haben wir die weiß gepuderte Nase eines final von der Realität abgedrehten Größenwahns gesehen. Diese Menschen sind ein gieriger Haufen von Egomanen, die eine abschussreife, desorientierte SPD für die eigene, persönliche Bereicherung nutzen, kurz bevor sie endgültig in der Bedeutungslosigkeit verschwindet. Die SPD zappelt in den Fängen gieriger Leichenfledderer und steht kurz vor dem Exitus.
Die nächsten, schmatzenden Räuber stehen bereits in den Startlöchern und ziehen an den Fäden. Steinmeier, die Familie Metzger, Struck und wie sie alle heißen mögen. Alles Egoisten, die jeder spendablen Lobby weit näher stehen, als etwa dem gebeutelten Wahlvolk. Die SPD wird von Hyänen aus den eigenen Reihen gefressen. Ein ehrlicher, aufrechter, aber tapsig grundguter Genosse aus Mainz wird die deutsche Sozioaldemokratie jedenfalls nicht mehr aus dieser historischen Falle befreien. Da bedürfte es schon eines rumpelnden Wadenbeißers vom Format eines Herbert Wehner. Solch großartige, unabhängige Persönlichkeiten gibt unsere zu gierigen Lügnern verkommene Polit-Kaste aber leider nicht mehr her. Ideale mag sich niemand mehr leisten. Die kosten zu viel Geld.
Beck hat seine Unfähigkeit, die SPD zu retten, nun zur Genüge unter Beweis gestellt. Wenn er so planlos weiter agiert, mit der Schere des täglich wechselnden Demoskopen-Bulletins im Kopf, wird die vereinigte deutsche Linke auch bald kaum noch eine SPD benötigen, um zu regieren. Die stirbt und Lafontaine hat es kommen sehen. Dazu bedurfte es allerdings keiner großartigen Visionen. Das war klar, seit Schröder im Nebel seiner verlogenen "neuen Mitte" mit großer Geste begann, fette Zigarren zu coupieren.
Demokratie mit guten Geschäften zu verwechseln ist brandgefährlich. Wäre ich ein besserer Demagoge, würde ich jetzt so langsam die Reden schreiben, mit denen dem haltlosen Treiben in- und um die Parlamente ein jähes Ende gesetzt wird. Das sogenannte "Prekariat", die neuen Armen sind geistig immerhin noch so weit präsent, dass sie erkennen, welche fetten Schweine ihm da die Butter vom Brot fressen. Mit den richtigen Sprüchen, könnte ich es bereits heute verführen! Dann habt Ihr Eure Zigarren plötzlich quer im viel zu großen Maul stecken. Ob ihr jetzt CDU heißt, SPD oder sonstwie pseudo-demokratisch mit dem Schwanz wackelt. Dann wackelt der Schwanz plötzlich mit Euch. Die Parallelen zur Weimarer Republik sind jedenfalls mittlerweile unübersehbar. Auch damals hat sich die Sozialdemokratie zunächst selbst zerlegt. Wer schlau ist, nutzt jetzt diese Hinweise. |