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gemein unabhängig - bösartig modern - 7. Jahrgang - März 2010
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Erfolg um jeden Preis PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Martin Reisbeck   
09.11.2007

Aufrechter DemokratGlaubt die SPD tatsächlich, mit ihrer Wahlempfehlung für Maibach könnte sie hart gesottene Kaliber wie den steckesteifen Kandidaten und seine Kastenteufel in rote Sockenpolitik verstricken? Diese Frage stellen sich jetzt aber nur die Rehstreichler unter uns.

Mit ihrer heiß gelöteten Wahlempfehlung für den Hardliner Maibach und seine Spießgesellen vom rechten Rand der Rentner-Pyramide zeigt uns die SPD mal wieder ganz deutlich, warum Sie es in den letzten Jahren nicht geschafft hat in Bruchköbel. Sie will mit Berechnung an die Macht. Egal wie. Die örtliche SPD-Zelle hat schon sehr lange ihr demokratisches Herz gegen die Arithmetik der Macht getauscht. Ja, die SPD hat ihr Herz verloren. Sie verscherbelt uns sehenden Auges an die Maibach-Clique!

Und das perfide Kalkül dahinter? Ein für die SPD ausgemachter Versager als Bürgermeister öffnet ihr in sechs Jahren wie von selbst die Tür zum prestigeträchtigen Amt. Das ist wirklich böse. Die wollen sich bis dahin schon wieder nicht richtig anstrengen. Den Job sollen der Maibach und seine Kameraden für sie erledigen. Und vielleicht steht er ja schon bis zur Hessenwahl knietief im Morast. Das ist eine ganz bewußte, hinterfozige Entscheidung gegen die Interessen der Mitbürger. Die SPD ist sauer, weil wir sie nicht im ersten Wahlgang begeistert gewählt haben. Zur Strafe sollen wir das Menü "Jahre unter Maibach an Spießgesellen" bis zur bitteren Neige auslöffeln.

Bürger, fokusiert das Geschehen noch einmal in seiner ganzen Deutlichkeit! Die SPD empfiehlt uns heute einen wie Maibach, damit wir ihr in sechs Jahren den bis dahin vielleicht nicht mehr so blassen Herrn von Wittich abkaufen. Die wollen das Amt verheizen lassen, bis wir endlich weichgeklopft sind und freiwillig erschlaffte Bruchköbeler Genossen wählen. Dann sind meine Kinder endgültig erwachsen und haben noch immer keine Ergebnisse einer adäquaten Jugendpolitik genossen. Es ist bitter mit anzusehen, wie auf Dummheit und Hass die institutionalisierte Hinterlist gedeiht.

Richtig erfreulich dagegen sind die wenigen Menschen mit Herz in der SPD. Die mutigen Unterstützer für Roth.
Bravo, Bravo, Bravo Franco Piscitello (siehe Bild oben). Respekt! Ich möchte nicht in Ihrer Haut stecken. Sie braten jetzt mitten im Fegefeuer frustrierter Verlierer. Um Sie herum liegen die Nerven richtig blank. Auch ich bekomme erboste Anrufe aus Ihrer Fraktion, Franco! Wie schlimm muss das wohl bei Ihnen sein? Doch bleiben Sie stark! Sie zeigen es uns noch: Das große, demokratische Herz einer schon vergessen geglaubten SPD. Sie wissen, was Maibach und seine rabenschwarze Rentner-Reaktion anrichten wollen. Der Bruchköbler ist stolz, auf Ihrer Seite stehen zu dürfen, Franco! Bravo auch Annerose Fetzer, Ela Jehnert, Hanna Niemann, Frank Niemann, Jan Niemann, K.D. Schuster, Ingrid Schuster-Ebert und Karl-Heinz Fetzer! (siehe Bild unten) Euer öffentlicher Schritt gegen billigen Zeitgeist phantasieloser, blindwütiger Herumhasserei erforderte Mut und hohen politischen Anstand. Ihr habt das gepaart mit der Würde von Intelligenz. Das seid Ihr und noch viel mehr. Dafür mag ich Euch so gerne. Es gibt sie noch, Menschen, die entgegen bequemer Pawlov'scher Hass-Reflexe in der Lage sind, Eins und Eins zusammen zu zählen:

Der Preis, den wir mit Maibach zahlen, ist zu hoch!

Demokraten mit Hirn! 

Vielleicht versucht es die SPD das nächste Mal mit frischer, mutiger Kreativität und überzeugenden Kandidaten. Kandidaten mit Herz, für die sich ein Wahlvolk mehrheitlich erwärmen könnte. Dann müsste sie sich nicht so haltlos im Schlamm einer reaktionären Schmutzkampagne wälzen. Schlamm, der auch der CDU noch lange bis Oberkante Unterlippe schwappen wird. Das dicke Ende wird für Euch schon bald kommen, "Genossen". Nach dieser Wahl werdet auch Ihr euch gegenseitig zerfleischen. Im eigenen Parteikörper werdet ihr spüren, wie ansteckend er ist und wohin er führt: Irrationaler Hass. Macht Euch endlich locker und übt Euch in Bescheidenheit und guter Politik. Das ist der Königsweg zum Wähler.

Die Empfehlung der FDP für Maibach verstehe ich dagegen voll und ganz. Das ist kühles Zocken von der ganz alten Schule. Kein Hass, keine Emotionen. Die erwarten einen Parteiausschluss von Maibach. Und in welcher Partei kann man einen wie ihn dann schon erwarten? Bei der SPD? Nicht wirklich! Bei den Grünen vielleicht? Klingt irgendwie interessant, aber natürlich wird er bei der FDP klingeln und zu seinem Pfadfinder Jesse hinüber zwinkern. Der darf dort dann immer noch die harte Bank des Verräters drücken, während sie Maibach wie einen Präsidenten empfangen. Und die FDP wird, auch ohne den Konvertiten Hestermann, blau-gelbe Papier-Fähnchen schwingend voller Inbrunst daran glauben: "Wir sind Bürgermeister!"

Dann hätten die wenigstens auch mal eine Wahl gewonnen. Irgendwie. Wir gönnen ihnen von Herzen den puritanisch anmutenden Hagestolz mit seinem dunklen Gefolge. Die passen auch optisch ganz gut in die zittrigen Reihen der rüstigen Polit-Senioren. Dass die "Liberalen" damit endgültig zum Sammelbecken alter, enttäuschter CDU-Hardliner verkommen, wird für das bisschen schalen Erfolg billigend in Kauf genommen. Typisch "Achzehn Prozent"-Partei halt. Als Abstauber kennen wir sie schon seit dem seligen Aufklatscher Möllemann.

Geht zur Stichwahl, Freunde!

© Alle Rechte liegen bei den genannten Autoren.

so much
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