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Die Frage, die sich auf unserem Spaziergang gestellt hat, war folgende: Läuft hier ein schwuler Nazi durch Dawillichleben oder meint da einer, in der Jacobuskirche würden Sonntags schwule Nazis sitzen? Ich spüre, dass jeder Versuch, diese Frage zu beantworten, in ein Desaster mündet.
Deshalb stelle ich sie der Allgemeinheit anheim und biete dem Bruchköbeler Plagiatfotografen mal wieder eine prächtige Perspektive von Dawillichleben zum Nachmachen. Ein Schritt natürlich nach rechts und einer nach vorne... knipsen und dann beim Kurier und Stadtmarketing für die Prachtansicht von Dawillichleben kassieren. "Nich' dafür", sagt der Hamburger! Oder gibt es doch unverfängliche Ansätze zur Klärung des Tatbestandes? Wenn der Nazi-Tag (sprich Nazitäg) von dem Sprayer ist, der letztes Wochenende seine Farben lassen musste (siehe Artikel: Voll Verregelt), dann ja dann fürchte ich, sind die Insassen der Kirche gemeint. Obwohl man das ja nicht im Ansatz überhaupt denken darf! Sonst wäre ja auch der liebe Gott da drin als solcher Nazi gemeint. Sollte dies, gottbewahre, nicht der Fall sein, impliziert das die gegenteilige Erklärung: Wir haben einen schwulen Nazi in Dawillichleben! Schon stellt sich eine komische Vision ein: Untersetzte Gestalt im Damenmantel. Behaarte Beine unter den prallen Nylons. Das Arrangement von einem Damenhut wird durch buschige Augenbrauen gestützt. Den muskulösen Arm mit Handtäschchen angewinkelt und die Rechte darin verborgen. Finger umspannen eine Farbsprühdose. Schnelle Turnschuhe sichern die "Dame" nach unten ab. "Vernichtet die Ordnung! Ich habe beschlossen heute zu handeln!" Der Zeigefinger drückt ein Ventil. Nur ein leises Zischen vergeht schnell im Dawillichlebener Hintergrundgeräusch. Es war aber nicht komisch. "Das habt ihr jetzt davon ihr Kanacken!", grummelt er dumpf in sein Kinn und verschwindet im Norden der Kernstadt. Nicht ohne sein Künstlertag zu hinterlassen. Das Grüne auf dem Foto rechts. Er heißt "Now ko". In der Handtasche waren zwei Dosen. Eine rosa - eine grün. Schwung und Ausführung sind unverkennbar. Der Kanackenjäger ist unterwegs.
Eine Hand voll EMO's* (Jugendlich - Emotionale) sollte das nach dem letzten Stadtfest "Oh du Fröhliche" mit ihrer Gesundheit bezahlen. Glatzen* haben ihnen auf dem Heimweg die Fresse poliert. Drei von den EMO's sind im Krankenhaus gelandet. Zwei mit schweren inneren Verletzungen. Einer der beiden EMOs war ein Mädchen. Glatzen tragen Springerstiefel, wenn sie reintreten. Eine mir bekannte Bruchköbeler Analytikerin meint, ein echter Bruchköbeler Nazi würde keine Mädchen schlagen: "Das war besoffener Glatzenpöbel." "Das sollen keine Nazis sein?", keuchte ich. "Nein. Nazis schlagen keine Frauen." "Und wenn die kleine EMO wie ein Junge ausgesehen hat?" Kopfschütteln. Ich gab auf. Roth-Grün meint, dass wir keine zusätzliche Jugendarbeit brauchen. Zu teuer. Na dann. Renaturiert die Krebsbach-Aue ihr Christenmenschen. Mit Roth und Kutscher-Uwe frisch eingespannt!
*EMO - Jugendlich Emotionale Jugendbewegung leicht am Grundge angelehnt. Kleidungscode phantasievoll Charakteren aus den japan. Mangas nachempfunden. Tief empfindende Bewegung mit Drang zur Gerechtigkeit. Hoch emotional tiefschürfend. Manche ritzen und begründen das mit einer Endorphinausschüttung. Liebenswert schrullig. Unsere künftigen Existentialisten. Gitarre, Piercing und Tatoos. *Glatzen Jugendbewegung die den Alkohol verherrlicht und sich martialisch kleidet. Sie lieben die Phase im Suff, in der sie so richtig rasend sind. Keine besondere Verhaftung in der Gesellschaft. Instrumentalisierbar. Prognose: Kiosk. Weder Piercing, noch Tatoo. |