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Geschrieben von Martin Reisbeck   
26.10.2006
Zum Kotzen...So, wie unser emeritierter Elektromeister gerade eben mal kurz von der städtischen Bühne sprang, um seine nächste Karrieren-Amplitude verzögert und verstärkt noch höher ausschlagen zu lassen, ist es politisch nur verständlich. Meister Maibach muss nun den Dolch aus dem Gewande nesteln und seine Karriere neu konfigurieren.


Erinnern Sie sich noch an den Stadtschrat-Wahlkrimi? Mit dem Schwänzer und den drei heimlichen Abweichlern aus der CDU waren die Zwergenmörder bestens präpariert. Wie eine Trutzburg hielten sie durch drei Abstimmungsrunden fest zusammen. Ohne das Erbarmen einer Stimmenthaltung, wahrscheinlich eine Geistesgegenwart aus der SPD-Fraktion, hätten wir jetzt vielleicht einen ausgelosten professionellen Versorgungs-Geier als Stadtschrat auf dem völlig überbezahlten Sessel sitzen. Da erscheint mir der grüne Amateurstadtschrat mit dem sprichwörtlichen "Massel" doch als das kleinere Übel. Wenngleich gar kein Schrat immer noch meine erste Wahl gewesen wäre.


Übrigens, das tägliche Leben in einem Taxi, liebe Leute, ist einer der aufschlussreichsten Plätze in unserer Gesellschaft. Dort wird klar, was damit gemeint ist: Alle Menschen sind gleich. Da heulen auf dem Sitz neben ihnen die härtesten Typen und sie dürfen verwirrte Akademiker und Unterschichtler analysieren, ohne jemals Honorar dafür zu bekommen. Das formt den sensiblen Taxifahrer für sein Leben. Damit kenn' ich mich aus. War selbst acht Jahre lang Nacht für Nacht Hobby-Psychiater auf dem Bock. Insofern dürfte der Taxifahrer Ringel wohl die besten Voraussetzungen für seinen neuen Job mitbringen. Immerhin hat den jahrelang ein ganz einfacher Bereitschaftspolizist geschmissen. Aber wer erinnert sich schon noch an Rocker-Charly?


Und da nun die bibel- und überraschend rothtreuen Christen endgültig in der Spitze der hiesigen CDU angekommen sind und dort für den den typisch christlichen Scheinfrieden sorgen, müsste Herr Maibach jetzt vielleicht mal versuchen, mit einer eigenen, hessischen CSU-Variante zu überraschen. Zumindest die Blasorchester der Region würden es ihm außerordentlich danken und er könnte dann mit seinen zwei Schwurbrüdern, den treuen Stadtbäckern und anderen verwirrten Größen des HGV volkstümeln, bis die Lederhose kracht. Ich garantiere den Herren bei der nächsten Wahl eine Anhängerschaft von locker zehn Prozent. Chefredakteur Hestermann und sein Teekränzchen, allen voran natürlich der Störfaktor Jesse würden glatt noch einmal die Partei wechseln. Garantiert! Und dann kopulieren Sie alle wieder mit der CDU. Aber nur unter der Bedingung, den Bürgermeisterkandidaten aus den eigenen Reihen zu stellen, und alles ist in Butter mit der Maibach'schen Karriere.


Jesse und Hestermann husten bis dahin zwar hinterm Rolator zum Wassertreten, aber es ist noch knapp zu schaffen. Und Günter Maibach schwingt bis dahin endlich die perfekte politische Rede. So gut, wie niemals zuvor. Zu seinem großen Verdruss wird das Ganze aber höchstwahrscheinlich im Altersheim zur Abendruhe über die Bühne dämmern. Aber noch sind unsere Altersheime benannt nach dem sich neigenden Tag: Sunset, Abendrot und auch Waldesruh'. Solange sie nicht "zum Gnadenschuss" heißen, hat jeder noch eine Chance.

© Alle Rechte liegen bei den genannten Autoren.
so much
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