Es kriecht weiter lauernd um die Ecken in Dawillichleben. Jesse, das politisch Untote, das sich mit Hilfe des Stuhlwächters Hestermann die FDP unterjocht hat. Das Heulen und Zähneknirschen aus dieser Partei, das die Dawillichlebener Bürger bis ins Mark erschüttert, will nicht enden. Jesse, der „schreckliche James“ hat Unrat gewittert und schon wieder Zwietracht gesät. Nun lässt er gar Unterschriften in Dawillichleben sammeln, um die Kommunalwahl anzufechten. Laut Jesse kam es im Verlauf der vergangenen Kommunalwahl zu „erheblichen Unregelmäßigkeiten“ bei der Auszählung der Stimmen. In einer Putzkammer soll eine Reinigungskraft eine Wahlurne mit ca. 140 ungezählten Wahlzetteln gefunden haben. Der Wahlleiter soll Stimmen falsch zugeordnet und Kandidaten auf der Ergebnisliste an falscher Stelle genannt haben. Ferner habe es „Unstimmigkeiten“ bei der Auswertung der Briefwahl gegeben. Das sind für Jesse genug Gründe, nun zu versuchen über eine Unterschriftenliste, die Wahl anzufechten. Irgendwie ist es auch verständlich, dass die Wahlgewinner ihre parlamentarische Niederlage nicht so ohne weiteres hinnehmen wollen. Für Jesse und Hestermann war diese Wahl voraussichtlich die letzte Chance, politisch noch einmal mehr darzustellen, als vordere Listenplätze in einer zahnlosen Partei zu belegen. Beide Politopas laufen aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters Gefahr, die nächste Kommunalwahl im gnädigen Schatten einer profunden Altersdemenz zu erleben anstatt dann, nach entsprechendem Wahlglück vielleicht, wenigstens einmal im Leben den wilden Polittiger geben zu können. Also wird kräftig nachtarockt und eine Liste bei den „Unzufriedenen nach der Wahl“ herumgereicht. Wir hoffen, dass Jesse nicht so viele Dumme findet, wie er sie in Bruchköbel wohl vermutet. Sollte hier nämlich eine Neuwahl angeordnet werden, würde das an den Mehrheitsverhältnissen mit Sicherheit nichts ändern. Aber ganz sicher wäre uns eine nicht hinnehmbare lange Zeitspanne, in der jegliche politische Handlungsfähigkeit in Bruchköbel gelähmt wäre. Das kann nicht im Interesse der Bürger sein, wenn Jesses Giftstachel eine nun dringend benötigte Tagespolitik lähmen würde. Hestermann und er sollten zusehen, ihre nicht unverständliche Frustration auf andere Weise zu bewältigen. Wir hätten da eine Liste geeigneter Frustkiller und würden uns freuen, wenn die Herren Senioren vielleicht unseren Rat in dieser Hinsicht einholen wollten. Wir raten zu Kaffeefahrten, Universität des 3. Lebensalters, Seniorenbelustigung jeder Art, Wandern oder Wassertreten, Fototermine mit dem Bürgermeister. Bei Herrn Jesse könnte es sogar sein, dass die Familie sich über vermehrte Anwesenheit des Opas freuen würde. Ganz entschieden raten wir aber ab von weiteren Akten der Folter von FDP-Mitgliedern, da solcherart Tätigkeit leicht das Herz sämtlicher beteiligter Senioren überanstrengen könnte. Haben Sie ein Einsehen! Tragen Sie Ihre Niederlagen wie Männer mit Format. |