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CDU gewinnt Verarschung PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Martin Reisbeck   
10.03.2006

Wirklich die Rettung?Nun ist er da, der Wahlkampf. Das Parlament in Dawillichleben tagt nicht mehr und der direkte Schlagabtausch ist passé. Die Auseinandersetzung der Konkurrenten findet im Fernduell statt. Die Spalten der lokalen Presse konfrontieren uns gerade mit Themen, die mindestens an den Haaren herbeigezogen wirken. Und mit der zweifelhaften Kunst, den Bürger mit überflüssigen Meldungen zu nerven, verdient sich die CDU absolute Pressehoheit.

Die Themen der CDU-Propaganda werden aus den unterschiedlichsten Bereichen hervor gezerrt. Unsere Leser erinnern sich ganz bestimmt noch an den unglaublichen Artikel im BK, wo ein total uninteressanter Rettungspunkt Nr. 611 im Wald dafür herhalten musste, um uns ein Grinsbackenbild des in fundierten Sachthemen einfallslosen Roth zu präsentieren. Dagegen erscheint uns der Fünfspalter über die Verleihung einer „Ehrenmedallie in Gold“ des Vogelschutzbundes an unseren Stadtschrat schon fast wie seriöse Berichterstattung mit hohem Informationsgehalt. Niemand hat bis dahin wohl geahnt, dass ausgerechnet der optisch dermaßen schwerfällig wirkende Stadtschrat so gut zu Vögeln sein soll. Sehr zum Ärger des Herrn Dziony hat sich damals Plagiatus Roth neben ihm auf das Foto geschlichen um, absolut unberechtigt in den Vordergrund von Dziony’s Termin gelangt, mit bärtig breitem Grinsen seinem ungeliebten Magistrats-Sozius die Show zu stehlen. Das, liebe Freunde, ist allerdings harter Pressealltag. Im Wahlkampf kommt es noch viel dicker.

 

Die CDU vermeldet zum Beispiel in der letzten Ausgabe des BK überflüssigerweise, dass der Bruchköbeler Busverkehr  bis 2007 auf sicherer Basis fährt und die neuen Verträge im Jahre 2008 ausgehandelt werden. Wen wundert´s, wurde doch gerade im vergangenen Jahr das Thema hinreichend behandelt, als die Stadtverwaltung die neuen Verträge mit den Dienstleistern ausgehandelt hat. Nein, darum ging es in dem Artikel auch gar nicht. Es ging darum, dem Wähler die Namen von verdienten Parteimitgliedern geläufig zu machen, die allerdings bisher durch konkrete Sacharbeit zum Wohle des Bürgers kaum auffallen waren. Einer davon gilt noch immer unter den Tischen der CDU als künftiger hauptamtlicher Stadtrat. Wenn die absolute Mehrheit wieder gewonnen werden sollte. Diese zu einem Dreispalter aufgeblasene CDU-Pressemitteilung transportiert im Kern folgende Information:

 

Hanaus OB Kaminsky (SPD) bescheißt Bruchköbel mit billigen Busfahrern, obwohl wir uns alle bei Bürgermeister Michael Roth, dem Erstem Stadtrat Karlheinz Dziony und der Mehrheitsfraktion der CDU dafür bedanken sollten, dass wir für teure Busfahrer bezahlen dürfen. Der Stadtverbandsvorsitzende Harald Hormel sieht das Nahverkehrs-Angebot trotz der Hanauer Straßenbahn-Krise weiterhin als gesichert an, während der Fraktionsvorsitzende Alexander Rabold begrüßt, dass der Bruchköbeler Bürger nicht zusätzlich belastet wird.

 

Damit ist die Publicitygier der CDU aber noch lange nicht befriedigt. In der gleichen Ausgabe des Bruchköbeler Kurier (BK) werden wir mit einer weiteren CDU-Pressemitteilung über ein „gut besuchtes“ (ca. 30 Personen inklusive 20 Stück Partei-Pflichtfüllsel) Stadtteilgespräch berieselt, das die gleichen Namen transportiert und auch noch ein paar mehr von der CDU-Liste. Der eigentliche Kern dieses total überflüssigen Fünfspalters: Der Listenplatz Nummer Fünfzig, der dem Stadtrat Dziony von seiner Partei zugewiesen wurde, ist nicht etwa eine schallende Ohrfeige für ein völlig nutzloses, sperriges Parteimitglied das jetzt im Kreisverband seine Zeit auf dem Altenteil absitzt. Nein, lieber Bürger, das ist der „Ehrenplatz“ bei der CDU! Der Rest der Meldung war ein nicht erwähnenswerter Neuaufguss längst gemeldeter Unwichtigkeiten mit der die Blockpartei unser Intellekt beleidigt. Aber es geht ja nicht um uns! Um Dich, oder mich. Nein es geht um die Saudoofen. Das ist die Masse, der man nach CDU-Lesart den Stift beim Kreuzchen führen muss.

 

Neben dieser perfiden Pressedominanz wirken die Pressemitteilungen der SPD, Grünen und Freidemokraten eher blass und unbeholfen. Die SPD redet zwar nicht dämlich herum und bringt ihr Anliegen offen auf den Punkt: Sie will den Machtwechsel. Aber das wundert nach all den Jahren der CDU-Monokultur im Parlament niemanden. Die FDP gibt mit der Vizepräsidentin des Hessischen Landtages an, ohne je ein eigenes Profil gehabt zu haben. Diese Partei war kürzlich im Parlament sogar zu profillos, ihren eigenen Antrag nach einem Ausschuss durchzufechten, zu dem sie die CDU hätte zwingen können. So kennen wir die Partei des Hofmarschall Siebenstuhl! Feige und blass. Und die Grünen? Oh weia, die Grünen sind ja voll von der Rolle. So sieht Politik unter dem schädlichen Einfluss von Müsli und Kombucha Pilzgetränk aus! Die haben voll im Nebel in Bruchköbel tatsächlich kein Thema gefunden und versteigen sich in einer Pressemeldung über die Krankenhaus-Verhältnisse in der Nachbarstadt. Das ist ziemlich elend am Thema vorbei! So kann man bei der Wahl eigentlich nur verlieren.

 

Dabei zeigt es die CDU doch allen, wie es richtig geht: Wer nichts tut, kann auch nichts falsch machen. Das ist der erste Schritt auf der Erfolgsleiter. Das funktioniert selbstverständlich auf Dauer nur, wenn man unermüdlich seine von der Bürgerschaft bezahlte Pressereferentin Mitteilungen schreiben lässt, wie gut man trotzdem ist. Das ist der zweite Schritt auf der Erfolgsleiter. Grinsen, grinsen, grinsen! Das ist der dritte Schritt auf der Erfolgsleiter. Übrigens, Sie können heute Abend (10.3.06, 19.30 Uhr) im Bürgerhaus Oberissigheim die Parteien in einer "Podiumsveranstaltung" des BK erleben. Da kann man sich von der CDU und dem BK mal total live verarschen lassen. Den Vorsitz führt Herr Jürgen Dick, der angeblich unparteiische Journalist des BK, der kürzlich durch eine Veröffentlichung von diffamierendem CDU Tratsch aufgefallen ist.

 

© Alle Rechte liegen bei den genannten Autoren.

so much
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