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Ein Arsch auf sieben Stühlen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Martin Reisbeck   
16.01.2006

Sparkassen-Opa auf dem Altenteil...Zum 3. Jahrgang unseres bekannten Internetmagazins „Der Bruchkoebler“ (Start im November 2003) hat der „Bruchköbeler Kurier“ (BK), erstmals redaktionell den Hauch eines Schattens unserer Existenz gewürdigt. Der Sparkassen-Opa Eberhard Hestermann, zwanghaft aktiver Hansdampf auf sieben (uns bekannten) Positionen in Verbänden, Vereinen, Parteien in und um Hanau herum, versuchte sich in seiner Funktion als Chefredakteur des Käseblättchens BK an einer Art Satire.

 

Unter dem Titel „Offener Brief an ein Phantom“ hat er in der ersten Ausgabe 2006 des BK den Chefredakteur des beliebten Internetmagazins „Der Bruchköbler“ zu einem offenen Briefwechsel herausgefordert und versucht, ihn mit einer Assoziation des Namens „Reisbeck“ unter der Gürtellinie zu provozieren.

 

In seinem Werk tat er kund, was er von unseren pfiffigen und stets treffenden Artikeln und von deren Autor hält. Dass wir in seinen Augen Müll produzieren, dürfte wohl niemanden überrascht haben. Die Leser, die nach dem Genuss eines unserer Artikel mit großer Vorfreude, ja fast schon ungeduldig auf den nächsten warten, hat diese Mitteilung sicherlich köstlich amüsiert. Endlich kläfft einer der getroffenen Hunde, werden sie gedacht haben. Die Redaktion des „Bruchköbler“ hat für diese längst überfällige, öffentliche Würdigung ziemlich lange schreiben müssen. Das geht runter, wie Butter!

 

Abgesehen von der Tatsache, dass alle Variationen des Namens „Reisbeck“, besonders die mit den Fäkalien, spätestens seit den fortgeschrittenen Volksschultagen des Bruchköbler-Chefs zu keiner Aufregung mehr führen, hat sich Hestermann mit der „Airbag-Variante“ in eine moderne, technische Ableitung bemüht. Er hat dabei die klassisch technische Ableitung, nämlich den Reiszweck ignoriert. Dieser Zwecken ist ihm wohl zu positiv besetzt. Die Assoziation von „Reisbeck“ über "Airbag" hin zu "heißer Luft" mag ihm beim Schreiben vielleicht ganz besonders große Freude bereitet haben. Den Lesern des BK ist sie aber leider etwas zu weit hergeholt, als dass sie noch gekonnt als witzig durchgehen könnte.

 

Der mit den Namensvarianten also eher unintelligente Brief des „Hofmarschall Siebenstuhl“ wäre uns, wie sie sicher verstehen können, kaum der Rede wert gewesen, wenn er nicht eine ganz gravierende politische Dimension beinhalten würde. Warum schweigt sich der Bruchköbeler Hofstaat, bestehend aus CDU, HGV und Stadtmarketing eigentlich so lange, ja fast verbissen all die Jahre über uns aus und ausgerechnet jetzt hält der Hofmarschall die Zeit für reif, uns redaktionell zu würdigen? In dieser Frage liegt der Schlüssel für Hestermanns Ausfallschritt. Es ist Wahlkampf! Deshalb hält er die Zeit für gekommen, den Bürger auf unser Magazin aufmerksam zu machen. Mit großer List führt er die Ahnungslosen von Dawillichleben zu unserem Werk.

 

Auf unserer Internetseite kann man viele fundierte, wie kritische Artikel zur Lokalpolitik finden. Doch wegen einem partei- und verbandsübergreifenden Konsens, unsere Internetseite tot zu schweigen, kennen uns viele Bürger nicht. Das gefällt der CDU sehr gut, ist sie doch die Partei, die zusammen mit ihrem Bürgermeister, bei uns die meisten Kritiken einstecken muss. Unsere Politikerschelte will der auf dem 2. Listenplatz der FDP nun auch politisch durchstartende Hestermann für sich und seine neuen Parteifreunde ausschlachten. Er will als Trittbrettfahrer die scharfsinnigen Kritiken nutzen, um der CDU Stimmen abzujagen.

 

Wäre Hestermann ein ebenso guter Autor, wie er offensichtlich die Intrige beherrscht, könnte sich die Szene von Bruchköbel auf einen gehaltvollen Briefwechsel zwischen "Hofmarschall Siebenstuhl" und dem "Phantom von Dawillichleben" freuen. Doch leider genügt sein etwas infantiler Schreibstil schon im Auftakt des anvisierten Briefwechsels weder unseren, noch den intellektuellen Ansprüchen des durchschnittlichen Dawillichlebener Bürgers. Er hat damit seinen neuen Freunden bei der FDP einen Bärendienst erwiesen, die CDU verärgert und uns allen leider eine willkommene Gelegenheit zu geistig anregendem Amüsement verbosselt.

 

Es reicht nicht aus, eben mal schnell zwischen zwei von sieben Stühlen witzig sein zu wollen. Dafür braucht man eine vielseitige Bildung, gutes Benehmen, Erfahrung und einen ausgeprägt feinen Geschmack für das, was geht. Erst dann hat man das Rüstzeug auf dem Parkett zu tanzen, auf dem Eberhard Hestermann gerade so kläglich ausgerutscht ist. Der Grat zwischen "dümmlich" und "gekonnt" ist nämlich gerade beim Schreiben von Satire sehr schmal!

 

(Anm. d. Red.: Der Titel dieses Artikels ist keinesfalls als persönlich herabwürdigend zu interpretieren. Es handelt sich hierbei einzig um die umgangssprachliche Bezeichnung für den speziellen Körperteil, mit dem man auf, oder zwischen Stühlen zu sitzen kommt.)

© Alle Rechte liegen bei den genannten Autoren.

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