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Obwohl schon das neue Jahr begonnen hat, möchte ich doch noch einmal auf das letzte Weihnachten zurückblicken. Ich war zusammen mit meiner Familie in Nicaragua.
Und Weihnachten erreicht die Tropen genauso wie den Rest der Welt. Wir hatten einen Baum ... mit Lichtern ... und den Geschenken für den Bonner-Clan darunter.
Aber es gibt einen Unterschied zwischen dem Weihnachtsfest, das eine typische amerikanische Familie feiert und dem Fest, das die Leute in Nicaragua kennen.
"Die meisten der Menschen hier sind so arm, dass sie sich keine Weihnachtsgeschenke leisten können", erklärte ein Freund. "Hier in der Gegend [in Rancho Santana] ist es anders. Wir stellen so viele Menschen ein, dass die Leute genug Geld verdienen und ihre eigenen Geschenke kaufen können. Aber wenn man nur wenige Meilen in irgendeine Richtung fährt, dann stößt man auf Menschen, die fast gar kein Geld haben."
Ich hatte schon zu diesem Zeitpunkt Probleme mit der Überlegenheit. Verglichen mit den Leuten, die aus dieser Gegend kommen, sind wir unglaublich reich. Wir kommen hierher, bringen unsere Geschenke mit und hoffen auf das gleiche Fest wie nördlich des Rio Grande. Es ist nicht besonders verschwenderisch, vergleichen mit den Standards in New York oder in San Francisco, aber für die Einheimischen muss es so aussehen, als seien wir saudische Prinzen oder Mogule aus dem Silicon Valley.
Ein Mann rackert sich ab, um seinen Mitmenschen gegenüber überlegen zu sein. Aber wenn er sich dann überlegen fühlt ... und tief in seinem Herzen weiß, dass er nichts getan hat, um es zu verdienen ... dann fühlt es sich so unangenehm an wie eine zu eng sitzende Unterhose.
Ich kann die Welt nicht ändern. Aber ich tue, was ich kann, um mein kleines Eckchen so angenehm wie möglich zu gestalten. Die Chefs in Rancho Santana haben sich entschlossen, den Weihnachtsmann zu spielen. Sie haben Tausende von Spielzeugen gekauft und sie an die Kinder in der Gegend verteilt. An Heiligabend holten wir die Geschenke in der Klinik ab und teilten den Leuten über einen Lautsprecher, der an dem LKW befestigt war, mit, dass der Weihnachtsmann gekommen sei.
Wenn wir Lotterielose oder Hypotheken verkauft hätten, wären wir heute reich. Die Kinder und ihre Eltern stellten sich in einer Reihe auf ... Meine Frau versuchte in die Herzen der Kinder zu schauen, um herauszufinden, ob sie eher ein Plastikauto oder einen Hubschrauber haben wollten. Nachdem das Geschenk überreicht war, wurden die Hände der Kinder mit Tinte markiert. Aber das reichte nicht. Bald hatte sich hinter der Klinik ein Schwarzmarkt entwickelt ... Kleine Jungen und Mädchen kauften und verkauften das Spielzeug.
"He, warte mal", sagte Antonio zu einem kleinen Jungen, der uns nicht nur bekannt, sondern auch schuldbewusst vorkam, "hast du nicht schon einmal in der Reihe gestanden? Hast du nicht schon ein Geschenk bekommen?"
Der Junge zeigte seine frisch gewaschenen Hände: "Nein, das muss mein Bruder gewesen sein."
In der Stadt gab es schon keine Kinder mehr, da hatten wir immer noch Geschenke. Wir luden den Rest auf den Pick-up und fuhren in eine weitere Stadt.
Zumindest hatte sich der Weihnachtsmann sehen lassen.
Wir danken dem Investor Verlag Bonn für die freundliche Überlassung des Artikels. Investor's Daily, den kostenlosen täglichen E-Maildienst für Investoren können Sie hier anfordern: www.investor-verlag.de |