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Weil der Grad an, nennen wir es zurückhaltend, geistiger Flexibilität in unseren Verwaltungsstuben kaum noch zu unterbieten ist, gehen uns die Geschichten wohl niemals aus. Die Hanauer Bürger sollten sich nach den Vorstellungen ihrer eventgeilen Verwaltung am Eislauf erfreuen. Auf einem Parkplatz im Zentrum der Stadt. Daraus entstand eine Groteske so befremdend, wie sie nur überheizten Schreibstuben entspringen kann.
Der Aufbau der 600 qm großen Kunsteisbahn entsprach nicht ganz den physikalischen Gegebenheiten des Freiheitsplatzes. Man hatte glatt übersehen, dass auch über Asphalt ein Wärmeaustausch stattfindet. Angesichts entstehender Pfützen entschied sich der Betreiber dafür, das mangelhafte Konstrukt lieber wieder abzureißen, anstatt in ein weiteres Kälteaggregat zu investieren, das mit seinem Energiebedarf die Unternehmung in die roten Zahlen hinunter gekühlt hätte.
Unsere Kritiker werden jetzt natürlich sagen: „Was soll das schon wieder? Jeder macht mal einen Fehler. Und hat der Mann nicht im richtigen Moment die Reißleine gezogen?“ Nun, der Mann hat die Leine gezogen, als er schon mit Gummistiefeln im Tauwetter stand. Das ist nicht das, was man im Management der freien Wirtschaft den richtigen Moment nennen würde. Dort wäre das der richtige Moment gewesen zum Hut zu greifen und das Aufräumen dem Nachfolger zu überlassen. Warum beauftragt man mit Jörg Euler einen Mann, der sich zunächst mal in Österreich kundig machen muss, wie eine Kunsteisbahn überhaupt aufgebaut wird? Warum engagiert man ausgerechnet die Person, die auch schon für eine legendäre Silvesterparty verantwortlich war, die zwar weltläufig französisch als „Boulevard 2000“ angekündigt war, aber wegen ausgesprochen provinzieller Schnitzer in die Hose ging? Damals munkelte man was von Härtels Prunkorgie.
„Aus Kostengründen hat man sich für Euler entschieden“, verriet uns in aller Unschuld der Geschäftsführer der stadteigenen Hanauer Marketing GmbH (HMG), Martin Bieberle mit einem Eispickel in der Hand. Seine Signale sind eindeutig: Er wollte nur unser Bestes und packt selbst kräftig mit an, wenn’s mal daneben geht. Dass der Geschäftsführer direkt neben dem Zentrum der deutschen Klimatechnik (Maintal-Bischofsheim) wohnt, ist ihm wohl entgangen. Zwar hätte man sich in der Schule der coolen Technik bestimmt sehr kostengünstig eine passende Konstruktion vorrechnen lassen können. Es wäre vielleicht auch klug gewesen, sich mit der Stadt Offenbach zu unterhalten, wie man das Problem löst, alljährlich eine Kunsteisbahn in die Stadt zu stellen. Aber das wäre alles viel zu einfach und viel zu offen gewesen. Da hätten einem ja Hinz und Kunz in die Karten geglotzt.
Nein, man bedient sich lieber der ausgezeichneten Erfahrungen eines Mannes, mit dem schon Frau Härtel kostenreich aber gut amüsiert um die Hanauer Ecken zog. Weil er eine günstige Alternative ist? Weil man ihm auch endlich wieder eine Chance geben wollte. Man kennt sich doch schon so lange und ist kein Unmensch. Eine Reise in's Skigebiet ist doch schön. Mitten in der Saison stehen dort die Kunsteisbahnen nur so rum. Man hängt in der Kaminbar ab, aprés beim Jagertee, jodelt die Holzhackerbuam, lockert die Sitten und kritzelt nebenbei das kleine Einmaleins des Eisbahnbaues auf einen Bierdeckel. Draußen ist Dauerfrost, der Boden ist härter als Asphalt und morgen geht's nochmal ab auf die Piste. Der Synergieeffekt solcher Lustmomente mit offiziellen Exkursionen weist eindeutig in Richtung alter härtel'scher Schule für Hanauer Kommunalpolitik und assoziierte Günstlinge. Die sind ja alle noch da! Nur die Chefin musste gehen. Was jetzt draufgezahlt wird beziffert Bieberle, über den dicken Daumen tiefgestapelt, auf 7000 Euro. Ein zweites Kühlaggregat hätte Mehrkosten von 10000 Euro produziert. Die Reißleine, die Bieberle beherzt vor dem Abriss gezogen hat, ist ganze 3000 Euro wert. Da mag man doch beinahe stehend applaudieren! Der Verantwortliche packt auch noch fest mit an. Er räumt gründlich auf! Bürger und Freunde stoßen zur Aktion ganz spontan hinzu, spucken in die Hände und brechen mit das Eis. Wir kommen nicht umhin, die zupackenden Managementqualitäten des Herrn Bieberle mit Staunen zur Kenntnis zu nehmen. Diese selbstlose Mitmenschlichkeit um ihn herum ist beinahe herzerwärmend. Seine unwidersprochene große theatralische Begabung sollte man unbedingt versuchen, im Kommödienhaus auf die Bühne zu ziehen. Das könnte endlich mal was rausspringen für Hanau. Um wessen Geld es sich bei dieser neuerlichen Verschwendung handelt, dürfte wohl jedem Steuerzahler klar sein. Nicht ganz klar ist allerdings, warum wir uns seit Jahrzehnten von empor gekrochenen Amateuren unser üppiges öffentliches Budget versauen lassen. Um dieses Geheimnis zu lüften, müssen wir doch noch einmal ganz tief in den Glühweinbecher schauen. Uiii, da schwimmt ja noch was! Pass auf Dawillichleben! Jetzt kommst Du ins Spiel. Mit dem Hormelharry wollen uns am 20.12. die politischen Selbstversorger ein weiteres Ziehkind der Härtelmaggie als Nachfolger vom Dzionycharlie in unser Rathaus setzen. Wohl zum Lohn für jahrzehntelanges Wassertragen, oder so. Besondere Qualifikationen vermag man beim besten Willen nicht zu finden. Ja, der Mann kroch nicht nur durch einen Rothmichel hindurch. Nein, er kroch bereits durch die Hanauer Härtelgretel. Er entstammt der guten Schule des Prassens und Kungelns auf des Bürgers Kosten. Der Bruchköbler kann nur warnen: Halte deine Börse fest, Bürger von Dawillichleben! Die Hazadeure kommen doch immer wieder an die Schnittstellen unseres Geldes. Es ist nur eine Frage der Zeit. Und ihrer Bieg- wie Beugsamkeit, natürlich. |