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Katholiken-Coup in Hanau. Bürger und Personal von Kirche überrumpelt. Im Kreuzzug der Katholiken gegen die säkulare Welt hat Hanau sein Herz verloren. Nach der Fusion von Stadtkrankenhaus und dem St. Vinzenz Krankenhaus steht die medizinische Versorgung, wie wir sie kennen, auf der Kippe. Es sieht ganz so aus, als hätten sich in der Stadtverwaltung Hanau ein paar weltliche Hasenfüße panisch aus der Verantwortung geflüchtet.
Der Etat des Stadtkrankenhauses war ihnen wohl eine Nummer zu groß. Nun, da hohe Summen für die katholische Kirche kein Problem darstellen, hat sie zugeschlagen. Das kleine, ja fast unbedeutende St. Vinzenz schluckt die große städtische Klinik einfach runter. Und rülpst ganz katholisch. Keine Abtreibungen mehr in Hanau. Amen! Der Gestank des Unverdauten befällt gerade das Klinikpersonal und die erstaunten Bürger in Hanau und Umgebung. Da möchte man ausrufen: "Herr erbarme dich unser". Die Schmierenkömödie der Hanauer Ratsherren und ihrer "Manager" mit den kalten Füßen ging unter weitgehendem Ausschluss der Öffentlichkeit vor sich. Die Gewerkschaft wurde entgegen jedem politischen Anstand nicht zu den Gesprächen geladen. Seit Jahren schon entscheidet eine städtische Verwaltung selbstherrlich, in totaler Selbstüberschätzung über die Köpfe des Klinikpersonals hinweg und hat sich so überhaupt in diese ausweglose Situation manövriert, in der man das Tafelsilber anbieten muss, wie Sauerbier. Der Skandal wurde schamhaft im Verborgenen vollzogen. Die beteiligten „Manager“ sind natürlich Männer. „Ach, wenn’s nur das ist“, werden sie gesagt haben. Ihre Verantwortung wog so schwer. Da lassen sie doch gerne die paar Schwangerschafts-Fälle über die Klinge springen. Hauptsache, die Verantwortung trägt ab jetzt der neue starke „Partner“. Etwaige Gewinne der nun entstehenden Holding streicht zum sehr viel größeren Teil die Kirche ein, und der Finanzsektor untersteht ihr ebenfalls. Dass die Stadt mit dem Verlust ihrer Finanzhoheit auch das „Sagen“ in ihrem Krankenhaus verloren hat, mag im Rathaus vielleicht ein politischer Sieg der CDU- über die SPD-Fraktion sein. Aber in Fulda, der nächsten Garnison der Katholiken-Streitmacht, ist das gleichbedeutend mit einer Niederlage des säkularen Systems. So empfiehlt man sich dem neuen Alten im Vatikan.
Als geschulter Fuldarer Konviktbruder kann ich dem Leser verraten, dass der Bischof des Bonifazius Hanau als Diaspora begreift. In der Diaspora sind die Katholiken in der Unterzahl. Die Stadt leidet nach katholischem Maßstab am Glauben. Das bedarf der Mission, was bekanntlich der Krieg um den rechten Glauben ist. Damit ist der Krankenhaus-Coup für den Bischof ein ganz großes Ding. Er hat in der Mitte einer schwer zu bekehrenden Hanauer Bürgerschaft den Bonifaziusstab tief eingerammt und ganz unverblümt weitreichende Ansprüche angemeldet. Es würde niemanden wundern, wenn uns die weltlichen Schwestern bald wieder unter einem Häubchen begegnen. Als Symbol für die große Hand der Kirche, die von nun an auf ihren Häuptern lastet. Die Ordensschwestern aus St. Vinzenz vermitteln uns sicher schon bald die milde Barmherzigkeit ihres geliebten Herrn. Dafür lassen sie allerdings unsere Frauen in Not im Regen stehen. Und unsere Frühchen sollen künftig gar im Rotkreuztaxi zwischen den beiden Häusern pendeln. Das haben sie sich lustig ausgedacht, Ratzinger's Handlanger und ihre Hanauer Musterschüler.
Wir können die weltlichen Verantwortlichen der Stadt nur eindringlich davor warnen, die Errungenschaften der freien Hanauer Bürgerschaft so locker in's Mittelalter zurück zu werfen. Wie kann es nur zu solch einem herben Verlust an Material, Idealen und sozialen Errungenschaften kommen? Der Bruchköbler hat dafür eine einzige Erklärung: Die Verwaltung versagt auf ganzer Linie! Nicht nur in Hanau. Sie verbraten unser Geld, buckeln unseren Kindern Schulden auf, wie’s beliebt und nennen sich Wohltäter des Volkes. Wenn's mal nicht so läuft, wie sie sich das an ihren zehn Fingern abgetickelt haben, werfen sie das Zeug einfach weg, das ihre Karriere belastet. Wir Bürger müssen nun bedenken, dass wir für alles bezahlt haben, was die da gerade der Kirche in den Rachen geworfen haben. Ach ja, nur so nebenbei: Wir bezahlen die Versager in der Verwaltung immer noch ganz fürstlich! Die eh' schon final gebeutelten Ärzte und Schwestern sollen auch noch 1,5 Stunden pro Woche mehr arbeiten. Sie buckeln uns eine Zumutung nach der anderen auf und nennen das Politik. Den Verlust an Freiheit bezahlen wir alle und unsere Frauen ganz besonders. Patienten, Krankenschwestern und Pfleger, die meist auch Mütter und Väter sind, tragen die Konsequenzen. Die Familie lebe hoch und opfere doch eben mal weitere sechs Stündchen im Monat bei geringfügigem Lohnabzug. Bedenke, nur so bleibt dein Arbeitsplatz erhalten. Tauscht man beliebig Requisiten, Darsteller und Location in diesem Volksdrama mit Dauerspielplan, ergäbe das Handlungsschema sofort einen jutiziablen Fall von Raub und vorsätzlicher Erpressung in Tateineit mit Körperverletzung. Die Folge jahrelanger Schnitzer einer phantasielosen und unfähigen Verwaltung: Es beißen permanent Personal, Bürger und Material in's Gras. Dafür gibt es im Gegenzug immer mehr Verwaltung. Ich glaub’ es brennt! Bezahlt die Versager endlich nach Leistung und haut den Exorzisten auf die dürren Finger! |