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Ein Nachruf für Wim Duisenberg PDF Drucken E-Mail
Verfasst von Bill Bonner, Investor Verlag Bonn   
05.08.2005

Bill Bonner"Ich kann sie wohl hören, aber ich höre nicht zu", pflegte Wim Duisenberg immer zu sagen. Der arme Mann musste vielen Leuten zuhören, die ihn dazu drängten, die europäische Wirtschaft mit geringeren Leitzinsen durch die Zentralbank aufzulockern. Abgesehen von einer Handvoll Spinnern wie dem Verfasser dieser Zeilen und Kurt Richebächer, dachte fast jeder, dass er einen Fehler macht. Die Politiker, die Firmenchefs, die Kolumnisten und die Kiebitze – sie alle wollten leichtere Kreditbedingungen, so dass die Wirtschaft in Europa ebenso sehr angekurbelt würde, wie die der Vereinigten Staaten.

Aber Wim blieb am Boden ... mit dem Ergebnis, dass es so schien, als entwickelte sich die Alte Welt wesentlich langsamer als die Neue. Nur wenige Leute haben sich die Mühe gemacht, sich die Zahlen, die hinter den Schlagzeilen standen, genauer anzusehen. Wenn sie das getan hätten, dann hätten sie vor dem Chef der EZB vielleicht den Hut gezogen. Das europäische Wachstum war zwar zögerlich, aber real. Am Ende hatten die Leute mehr Kaufkraft, bei geringerer Verschuldung der Haushalte. Im Gegensatz dazu führte der stärkere Konsum in Amerika – verursacht durch die niedrigen Leitzinsen der Fed, die Erneuerungen bei den Krediten für die Industrie und die natürliche Neigung der Angelsachsen, sich selbst in den Ruin zu treiben – in die Katastrophe. Die Amerikaner schulden heute anderen Menschen mehr Geld, als irgendwer je zuvor. Und ihre Ausgaben haben dazu geführt, dass es heute – hauptsächlich in Asien – so große neue Wettbewerber gibt, dass es ihnen nicht leicht fallen wird, genug Geld zu verdienen, um auch nur die Zinsen zu zahlen ... von der Kreditsumme wollen wir gar nicht erst reden.

Aber Duisenberg ist nie dafür gedankt worden. Er hat sein Ende vor zwei Tagen in Südfrankreich gefunden. Während seine amerikanischen Kollegen ihre Landsleute in der Liquidität ertränkten, ertrank er selbst in seinem eigenen Swimmingpool. RIP.

Es gibt Zeiten, liebe Leser, in denen man sich auch einmal über etwas anderes Gedanken machen sollte. Ich selbst habe lange Zeit immer über die gleichen Dinge nachgedacht. Ich habe vor einigen Tagen versucht, diese Gedanken einer jungen Frau bei einem Abendessen zu erklären.

"Bei den wirtschaftlichen Berufen gibt es im wesentlichen zwei Branchen", habe ich angefangen ... während sich die Frau nervös umgesehen hat, als suche sie nach einem Ausweg, "Es gibt die alte und verwitterte Klasse der "Moral"-Philosophen ... die denken, dass es nicht möglich ist, aus Nichts einen Gewinn zu schlagen. Und dann gibt es den Rest ... die modernen Ökonomen, die ihr Leben damit verbringen, so zu tun, als sei das möglich. Sie glauben, dass es nur darum geht, zur richtigen Zeit mit der richtigen Politik zu kommen – und schon kann man die Zukunft verbessern, noch bevor sie angefangen hat. Ein Mann entschließt sich vielleicht dazu, seinem Nachbarn ein Batzen Heu für einen Dollar zu verkaufen. Die alten Spinner unter die Ökonomen würden sagen: 'Na, dann lass ihn mal machen.' Aber die neuen würden einen Weg finden, sich einzumischen – weil sie glauben, dass sie die Wirtschaft besser machen können, indem sie die Transaktionen selbst kontrollieren. Sie würden die Leitzinsen anheben oder Steuern erheben oder den Verkauf insgesamt verhindern.

Zweifelsohne wird ihre Einmischung die Dinge schlechter machen. Sehen Sie, das sind die beiden Gruppen der Wirtschaftswissenschaftler. Aber eine davon ist eine Gruppe von Idioten.

Diese Zusammenfassung scheint mir hinreichend. Jetzt werde ich mir für den Rest des Sommers über andere Dinge Gedanken machen – oder zumindest solange ich in Ferien bin.

INVESTOR VERLAGWir danken dem Investor Verlag Bonn für die freundliche Überlassung des Artikels. Investor's Daily, den kostenlosen täglichen E-Maildienst für Investoren können Sie hier anfordern: www.investor-verlag.de

© Alle Rechte liegen bei den genannten Autoren.

so much
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