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Alles hat ein Ende PDF Drucken E-Mail
Verfasst von Bill Bonner, Investor Verlag Bonn   
25.06.2005

Bill Bonner"Noch nicht fertiggestellte Häuser verkaufen sich wie verrückt", lautet eine Schlagzeile der USA-Today.

"Wie verrückt", ist genau der richtige Ausdruck, wenn etwas, was nicht existiert, verkauft wird. Ungebaute Häuser sind ein bisschen so wie die Dotcoms der späten Neunziger, die noch kein Produkt entwickelt hatten oder ein Geschäftsmodell, um es auszunutzen. Dass die Leute dennoch bereit waren, viel für ihre Anteile zu bezahlen, war ein Zeichen für die Verrücktheit des Marktes und für das nahende Ende.

Alles kommt irgendwann einmal zum Ende. Einfache Dinge haben ein einfaches Ende. Doch die verrückten Dinge neigen dazu, früher zu Ende zu gehen – und auf verrücktere Weise.

Wie ich bereit gestern erwähnte, erwarte ich eine Reihe monumentaler Rückwendungen zum Mittelmaß. Während einer langen Zeit in der Geschichte haben die Menschen in China das gleiche verdient wie die Menschen in Nordamerika oder Europa. Die industrielle Revolution hat die Welt aus dem Gleichgewicht gebracht. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf stieg im Westen schneller als im Osten. Aber jetzt ist es der Osten, wo die Löhne steigen. Ein Trend, der sich vielleicht noch über Generationen halten wird, wobei gleichzeitig die außerordentlich hohen Löhne im Westen auf ein Mittelmaß zurückgehen.

Eine weitere Rückwendung in Richtung Mittelmaß ist beim US Dollar zu beobachten. Das Ansehen der grünen Scheinchen stieg mit dem Imperium, das hinter ihnen stand. Ich vermute, dass die beiden auch gemeinsam stürzen werden. Beide scheinen durch ihre eigenen Absurditäten verdammt zu sein. Am Dienstag hat der Kongress die letzten Rechnungen aus dem Pentagon veröffentlicht. Ein Etat von 408 Milliarden Dollar. Es kostet eine Menge Geld, den amerikanischen Schutzschild über der Welt auszubreiten, selbst wenn es nur wenig zu geben scheint, wogegen man sich schützen müsste.

Auch auf die Gefahr hin, dass ich alte Leser damit langweile und die neuen nerve, biete ich eine Erklärung der Weltwirtschaft um 2005 unter der Herrschaft von George W. Bush und Alan Greenspan in nur zwei Sätzen.

Die Asiaten stellen Dinge her und verkaufen sie an die Amerikaner, die sich Geld von ihren Zulieferern leihen (auf den erhöhten Wert ihrer Häuser), um weiterhin über ihre Verhältnisse leben zu können. Die Asiaten nehmen ihre Gewinne und verleihen sie entweder an die Amerikaner, oder sie nutzen sie, um weitere produktive Kapazitäten zu erwerben, in Amerika oder anderswo (ich habe nie gesagt, dass die Sätze kurz sein würden).

Für all diejenigen, die sich fragen, worauf der Trend hinauslaufen wird, biete ich eine Vermutung: Der durchschnittliche Amerikaner wird mit einem Schuhpoliturset und einer Anleitung, wie man auf chinesisch "bitte" und "danke" sagt, zurückbleiben.

Bill BonnerWir danken dem Investor Verlag Bonn für die freundliche Überlassung des Artikels. Investor's Daily, den kostenlosen täglichen E-Maildienst für Investoren können Sie hier anfordern: www.investor-verlag.de

© Alle Rechte liegen bei den genannten Autoren.

so much
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