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Ist Resonanz Interesse? Oder umgekehrt? In den Jubelpostillen „Stadt Kurier“ und „Bruchköbeler Kurier“ durften wir eine besondere Leistung der Bruchköbeler CDU, Abteilung Propaganda, goutieren. Harald Hormel geht an der Hand von Karlheinz Dziony in den direkten Bürgerkontakt. Er soll lernen, wie ein erster Stadtrat mit dem Bürger umspringt. Und wir müssen dem Hormel Harald beim Springen zugucken. Just zu diesem Zweck wurde ein CDU-Rundgang in Bruchköbel-Nord angesetzt. Bürgermeister Roth war irgendwie auch dabei.
Damit er schon mal ein „Feeling“ bekommt, wie ein Meister mit der Bürgerenttäuschung der Leute umgeht, die nicht gekommen sind. Nächstes Jahr wird Hormel uns hauptamtlich treffen. Rein ins kalte Wasser. So tritt man vom nicht sehr lukrativen, langjährigen Innendienst einer Partei in den bezahlten Dienst der Stadt über. Sie erinnern sich? An den Zahlen des Haushalts gemessen muss die Stadt finanziell kurz treten. So war es eigentlich eine milde Fügung des Schicksals, dass wir uns auf dem Wege der Pensionierung gütlich vom Teuren, dem „ersten“ Stadtrat Dziony befreien können. Er soll im Mai 2006 in eine von uns allen als glückliche Fügung begrüßte Pension gehen. Was tut die CDU angesichts frei werdender Steuergelder? Sie macht den Habicht: Greifreflex! Und ruft einen ihrer langarmigen Wassereimerträger auf den frei werdenden Posten. Harald Hormel entkam dem gnadenlosen innerparteilichen Hacken als Nutznießer. Genießer dessen, was wir Bürger beinahe auf der Habenseite unseres gebeutelten Haushaltes verbucht hätten. Aber diese Posse aus der Küche der Parteipolitik wollte ich hier eigentlich nicht beleuchten. Das werden die Bürger schon zur Genüge bei der nächsten Kommunalwahl tun, wenn sie Ihresgleichen von der FWB in das Parlament wählen. Die mit dem Ehrenkodex. Dann geht´s ab auf dem Arbeitsmarkt, Herr Hormel. Wollen Sie das? Es war ganz exemplarisch ein Anblick der inhaltlichen Armut, wie sich die Ortpresse auf eine vor Eigenlob stinkende CDU-Pressemitteilung gestürzt hat. In Ermangelung eigener geistiger Schöpfungen blieb den beiden erwähnten Periodika nichts anderes für ihre leeren Spalten übrig, als uns Bürger mit Parteipropaganda nach alter Honnecker-Gemütlichkeit zu füttern. Meine Sorge gilt den Bürgern, die den Schmus in Ermangelung wirksamer nachrichtentechnischer Korrektive glauben müssen. Sie sehen ein Bild mit sechzehn teilnehmenden Personen (ein CDU-Kind und mindestens fünf CDU Akteure abziehen - bleiben Zehn) und glauben wirklich was da steht: „Große Resonanz am heutigen Nachmittag.“ Hallo? Abteilung Leser an Propaganda! Wir haben mehr als 20 Tausend Einwohner! Liebe Mitbürger, was sind höchstens 10 zweifelhafte Nicht-Parteimitglieder? Große Resonanz? Propaganda an Bruchköbel: 10 ist 50 Prozent von 20! Um sich nicht im eigenen rhetorischen Gespinst zu verfangen schiebt der gewitzte Stratege dann ein „Großes Interesse bei CDU-Rundgang in Bruchköbel-Nord" nach. Das ist keine Übertreibung, wenn man sich auch mal die Körpersprache der Rundgänger betrachtet. Außer einem gelangweilten Kind (CDU), scheinen da Bürger (CDU) richtig bei der Sache zu sein. Darüber wundert sich keiner! Na ja, hinter dem Richtungsanzeiger sieht´s etwas desinteressierter aus. Stehen da die Verlierer (CDU)? Also Bürger, bitte prüfen Sie alles, was Ihnen wortreich aufgetischt wird. Bei uns sind es in der Regel CDU-Pressemitteilungen aus Eigennutz. Und wenn Ihnen Herr Hormel schreiben läßt, er hätte immer ein offenes Ohr für die Anliegen der Bürger, so wissen Sie jetzt sicher, wie Sie das zu interpretieren haben und was bei ihm eigentlich offen ist. Was ist passiert, Herr Hormel? Mieser Job, keine Lust mehr? Der alte Medienfuchs Roth war beim Rundgang dabei. So steht es zumindest nicht gegenteilig in dem CDU-Papier zu lesen: Bürgermeister Roth hat ganz besonders Herrn Dziony und Herrn Hormel zu dem Rundgang begrüßt. Das waren laut Parteidrehbuch die Sinnträger dieses Kreuzweges durch den Stadtteil Nord. Aber wie hat sich Bürgermeister Roth aus dem Foto geschlichen? Musste er knipsen, oder gar nach der Begrüßung schnell fort? Er hätte jedenfalls mit seiner alles überstrahlenden Lustigkeit, die Blicke auf sich gezogen. Und der eh schon medienstruppige Hormel wäre daneben glatt unter gegangen. Man findet Herrn Hormel (zwischen den Beinen ein Dossier über Rentenplanung für CDU Mitglieder - auch eine Art Wegweiser) auf dem Gruppenbild mit Dame in Bildmitte rechts beim gedankenverlorenen Überstreicheln einer fundamentalen Matte (loc. submental) .
Herrn Dziony sieht man jetzt allerdings an, dass er reif für die Insel ist. Schauen sie doch, liebe Mitbürger, wie hilflos und verzweifelt Hände wie Zangen nach nicht vorhandenen Worten greifen wollen, angesichts einer offensichtlich resolut ausführenden Dame. Parteifreundin Cammerzell? Die Frau zeigt eine Richtung an! Und wir entdecken das Weib in der CDU. In einer bruchköbelesken Nachstellung der KandidatInnen-Szene. Ich singe: "Angie...Ääintschie...why did you play the Aschenputtel all these years?" Herr Dziony schwindelt gar - das rote Jackett! Was hätte man dem guten Mann aus der alten Männerpartei in seinem hohen Dienstalter alles ersparen können!? Nur wege´m Hormel Harald. Wie sieht er jetzt wieder aus? Auch ganz ohne bürgermeisterliche Frohnatur: Foto verpatzt! Ach Herrje!
Mitwirkende, Erkannte, Vermummte und Vermutete: Langjähriges Parteimitglied (männl., ohne Namen, steif mit Sonnenbrille) bekannt von Pressefoto "Ehrung langjähriger Mitglieder" (CDU). Achim Lehwald (stellv. CDU-Vorsitzender) Herr Maibach (CDU) Hr. Dziony (CDU) Hr. Hormel (CDU) Frau Cammerzell (2. stellv. CDU- Fraktionsvorsitzender) An den Fäden: Michael Roth (Bürgermeister, CDU) gelangweiltes Kind (CDU) Erster Rundgänger, vermummt durch Wegweiser (CDU?) Zweiter Rundgänger, vermummt durch Wegweiser (CDU?) Dritter Rundgänger, halb vermummt durch Wegweiser (CDU?) Fotograf, vermummt hinter Kamera (CDU!) ...
____________ Gewidmet meiner Lieblings-Deutschlehrerin Angelika Löfflert (Löfflat? Löffler?). Deine Textanalyse - Stunden 1979-1982 in der Oberstufe Nord, fast dem Schauplatz dieser "Resotresse", waren erste Sahne. |