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Fachsimpeln über Kamelien PDF Drucken E-Mail
Verfasst von Bill Bonner, Investor Verlag Bonn   
10.06.2005

Bill Bonner*** Es gibt einige Leute, die denken, dass der Goldpreis manipuliert wird. Diese Leute scheinen zu denken, dass der Preis des gelben Metalls durch eine machtvolle Gruppe von Insidern zurückgehalten wird. Ich hoffe das. Denn dann liegt der faire Preis deutlich höher.

*** Gestern war ich bei einer großen Gartenschau – vergleichbar mit einer deutschen Landesgartenschau –, die ungefähr eine halbe Stunde von Paris im Chateau de Couzances stattfand. Es kamen Tausende Leute, um sich Pflanzen anzusehen, die man übrigens auch kaufen konnte. Ich hatte so etwas noch nie gesehen. Man konnte seltene Eichen, vergessene Fruchtbäume und gekreuzte Hornsträucher erwerben. Oder man konnte mit einer Expertin über die Vorteile einer neuen Kamelienart diskutieren. Diese Expertin hatte soviel Zeit mit dem Riechen an Blumen verbracht, dass ihre Nase gelb geworden war.

Ich begann die Unterhaltung mit ihr damit, dass ich zugab, dass meine Versuche beim Kamelienanbau gescheitert sind.

"Gescheitert? Meinen Sie, dass Sie sie getötet haben?" antwortete sie, und sie nahm ihr Handy heraus. Ich hatte Angst, dass sie die Polizei anrufen würde.

"Es ist fast unmöglich, Kamelien zu töten", sagte sie mit einem Naseschniefen, "deshalb müssen Sie mir sagen, wie Sie das getan haben. Ich werde das in meinem nächsten Buch bringen. Die einzige Person, die ich kenne, die eine Kamelie getötet hat, war Catherine Deneuve. Sie kaufte von mir eine große Kamelie und rief mich dann an, um mir zu sagen, dass es der Pflanze nicht gut gehen würde. Ich bemerkte sofort, dass sie ihr zuviel Wasser gegeben hatte. Sie hatte einen dieser verdammten automatischen Bewässerer benutzt. Deshalb sagte ich ihr, dass sie mir die Kamelie bringen sollte, ich würde mich dann um sie kümmern."

"Aber nein, dann rief sich mich noch einmal an und sagte mir, dass die Pflanze fast tot sei. Ich bat sie inständig, mir die Pflanze zu bringen, damit ich sie wieder zurück ins Leben pflegen könnte. Aber ich habe nie wieder etwas von ihr gehört und fürchte, dass das arme Ding jetzt tot ist ..."

Als ich ging, sah sie so aus, als ob sie vielleicht Anzeige gegen mich erstatten würde.

*** Die Gartenschau war beeindruckend, aber die Essensversorgung war entsetzlich. Ich musste eine halbe Stunde anstehen, um ein schlechtes Sandwich und eine Plastiktasse Kaffee kaufen zu können. Dann fand ich keinen Platz zum Hinsetzen, außer den Rasen. Deshalb setzte ich mich dorthin, neben eine wachsame junge Frau, und begann ein Gespräch mit ihr. Als sie erfuhr, dass ich vielleicht eine Meinung zu Finanzfragen hätte, fragte sie mich nach einem Tipp.

"Kaufen Sie Gold", schlug ich vor.

"Gold? Gold? Aber das ist doch so ... nun ... prähistorisch. Ich sehe nicht, wieso das der Wirtschaft helfen sollte ..."

"Nein, das hilft der Wirtschaft auch überhaupt nicht, aber Ihnen ...", versuchte ich zu erklären, wobei ich eine kurze Erklärung des Systems des Dollarstandards hinzufügte. Aber ich konnte sehen, dass ich meine Worte verschwendete. Die Frau glaubte, dass der Kauf von Gold falsch sei. Für sie war das Kaufen von Gold unsozial ... und wahrscheinlich verrückt.

Bill BonnerWir danken dem Investor Verlag Bonn für die freundliche Überlassung des Artikels. Investor's Daily, den kostenlosen täglichen E-Maildienst für Investoren können Sie hier anfordern: www.investor-verlag.de

© Alle Rechte liegen bei den genannten Autoren.

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