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Unser erster Stadtrat, der ehemalige Ausbilder der Bereitschaftspolizei Karlheinz Dziony, und Bürgermeister Roth waren sich des Ernstes der Stunde voll bewusst. Diese vier Herren in ihren weißen Hemden (Sommer-Ausgehuniform in erleichterter Tragweise) sind die neue Speerspitze der Bruchköbeler Sicherheit. Stadt und Land stehen fest neben ihnen. Und alle blicken zusammen mit Bruchköbels neuen Mitarbeitern vertrauensvoll auf die Urkunde mit der Sicherheit unserer Stadt. Sie liegt in Händen, die sich noch zu Fäusten ballen werden. Sie, die gerade noch fast wie entseelt, arglos auf dem Papier lag.
Auch der stolze Ausbilder, in der Mitte des schlagfertigen Quartetts, weiß es genau: Bruchköbel wird nun sicher. Die Urkunde ist überreicht. Mit Uniform, Pfefferspray, Handy und einem Menschenverstand ausgerüstet sind diese vier hoch motivierten, ehrenamtlich Freiwilligen Polizeihelfer für sieben Euro die Stunde perfekt ausgerüstet. Gerüstet für die ganz schwierige Aufgabe, die in diesem noch so ungezähmten Bruchköbel auf sie lauert. Bürgermeister Roth verkniff sich fast schwer, ob des tragenden Momentes seine Ergriffenheit. Wann wird sein so wichtiges Werk Wirklichkeit? Ab jetzt! Unser Leben wird sicher. Unser Michael Roth hat es geschafft!
Die Garanten für seine kühne Vision: Vier absolut perfekte Sicherheitsspezialisten. Fünfzig harte Ausbildungsstunden haben die selbstlos Freiwilligen bereits an Erfahrung auf dem Buckel. Ein harter Schleifer und seine Mutter der Kompanie wüssten da sicher so manche Geschichte aus dem Nähkästchen zu plaudern. Vom Aufgeben in harten Trainingslagern, vom eisernen Zusammenhalten gedemütigter, aber stolzer Männer. Von Stunden der Verzweiflung und des Aufblickens im Glauben an die innere Festigkeit. Zum Willen. Fünfzig schwere Stunden für jeden der Kadetten. Das macht in der Summe unglaublich gründliche 200 Stunden schwerster Grundausbildung in Fitness, Argumentation, Sprayscharfschießen, Krisenmanagement, Polizeihelferrecht, kurz – nichts, was ein gut ausgebildeter Sicherheitsspezialist braucht, hat auf dem Trainingsplan gefehlt. Ja selbst Herzmassage, Pulsmessen, Umgang mit Atemspray nach Nerven fetzenden Verfolgungsjagden, ja sogar die Kläranlage mit heruntergezogener Gasmaske blieb den mutigen Männern nicht erspart. Das Verbinden geschundener Gelenke sowie das Auseinanderschnüren der Ausgehschuhe und angewandte Taktik im Aufdecken von Gassivergehen zeugen von einer Detailgenauigkeit in Ausbildung und Menschenführung, die in Deutschland ihresgleichen sucht. Da sagt sogar der Innenminister Beckstein: "Sauber Volker! Gute Arbeit, Männer! Gute Arbeit Hessen!"
Und wenn das Innenministerium diese konzertierte Aktion nicht so unnachgiebig durch die Instanzen getrieben hätte – Quo Vadis Bruchköbel? Gewiss hat unser kluger Bürgermeister in seiner Funktion als verdientes Mitglied des allseits helfenden „Lionsclub“, pfiffig ein wenig nachhelfen müssen, dass sein Traum vom angstfreien Bürger endlich in Erfüllung geht. Man sieht dem Mann die Strapazen des taktischen Titanenaktes noch an. Der Coup: Innenminister Volker Bouffier wurde vom Lionsclub zu einem allseits hoch gelobten Vortrag über innere Sicherheit nach Bruchköbel eingeladen. Die Rednergage wurde vom selbstlosen Innenminister sofort in Roths zukunftsweisendes, familienfreundliches Polizeiprojekt gesteckt. Die Finanzierung war ein hartes Stück. Doch durch einen klug ausgewählten Veranstaltungsort für die Rede, den Saal der Bruchköbeler Stadtverordneten, wurde eine Menge Veranstaltungsgebühr gespart. So bekam Bruchköbel auch noch, quasi als Nebenprodukt, eine Unterschrift des Ministers im goldenen Buch der Stadt. Die so freigewordenen Clubgelder haben die stets spendefreudigen Lions natürlich sofort ihrem großen Clubfreund Roth übergeben, der somit ein stattliches Sümmchen in die Ausbildung seines Polizeihelfer- "Dreamteams" stecken konnte. Aus natürlicher Bescheidenheit heraus verzichteten die Spender, wie auch der Besamte auf eine Presseaktion anlässlich der Scheck-Überreichung. Was soll der „Bruchköbler“ da noch Mieses künden, angesichts von so herausragender Bescheidenheit, angemessener Kompetenz und spitzfindiger Schultheißschläue? Bruchköbel, da will ich leben. Sieben Euro pro Mann und Stunde sind angesichts der vollen Sicherheitspackung nicht zu hoch angesetzt. Da muss ich leben. Bruchköbel, da bleib ich am Leben. Das können wir Bürger, ob zwei oder achtzig, ab heute mit Fug und Recht behaupten. Ob sie nun in der Wiege oder auf der Bahre liegen, Hauptsache Sie liegen in Bruchköbel. Familienfreundliches Klima – Ganz sicher. Der neue Wahlslogan der CDU wird für leere Kassen sorgen, da sind wir uns sicher. Hier, wo Fug mit Recht vertauscht wurde, das Geschäftsklima einfach auf den Kopf gestellt wurde geschieht, angesichts des so erbärmlichen sozialen Versagens der SPD, Großes. Die CDU spürt die Lust am Regieren. Der Bürger spürt seine Lust auf die CDU. Lust auf Frau Merkel. Lust auf Roth, Lust auf Dziony. LUST! Zwei füreinander Geschaffene finden so ihre Bestimmung: Alles soll schöner werden in dieser hässlichen Zeit der Unsicherheit. Roth für das Leben! Es lebe Bürgermeister Roth. Hoch, Hoch, Hoch!
Ich gratuliere meinem Freund Helmut Stichel (53) zum Geburtstag. Diesen Wortschwall habe ich Dir gewidmet. Wohl bekomm´s! Der Verfasser
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